WISSEN NACH FRANCIS BACON

7. Januar 2026

Messe dich an der Sache und nicht an Meinungen. Sagte der Engländer Francis Bacon.

Wissen ist Macht. Weil von Machen Wissen kommt. Also heißt es lernen, wie man es macht: Einen Dachstuhl, eine Software, ein Auto, eine Rakete oder einen Staubsauger.

Erforsche die Natur, schau genau hin, wie die Dinge laufen, beobachte, teste, versuch es nochmal, so lange, bis du genau weißt, wie es läuft. Überprüfe alles. Das ist Wissen.

Das ist am Ende die wirkliche, die machende Macht. Der zu Ende gegangene Siegeszug von Wissenschaft und Technik im Einklang mit humanem Ethos beweist, dass Technologie nicht zwangsläufig im Zynismus landen muss.

Dem guten Wissen entgegen steht die Macht der Papiergelehrten, Heilsverkünder, Politiker und Marketing-Gurus, die Erfundenes als Wissen verkaufen und damit die Gehirne anderer steuern.

Zwar sichert dieser Missbrauch Macht leichter und schneller als Sachwissen – aber es ist der sprichwörtliche Tonkrug, der zum Brunnen geht.

Francis Bacon lebte in einer Zeit, die gegen Narrative aufbegehrte. Vorher hatte sich niemand die Mühe gemacht, die Dinge wirklich anzuschauen. Alle hatten nur gelesen, geredet, argumentiert und ihre Macht gesichert. Heute sind wir wieder so weit, dass Fakten verdreht werden in ihr Gegenteil und die Seelenverkäufer Hochkonjunktur haben.

Müssen wir durch ein neues, dunkles Mittelalter gehen und Krüge zerbrechen, bevor uns wieder die Sonne der Wahrheit und Redlichkeit scheint?