Nie genug. Wieder einmal geht es um die nationale Identität Südtirols.
Frohe Wiedergeburt des Nationalismus
Mag gar nicht mehr den Sportler nennen, der dem Land die jüngste Debatte über nationale Identität beschert hat. Vielmehr stelle ich fest, dass das nationale Denken und Fühlen alles andere als ein Überbleibsel von gestern ist, wie uns das die Woken vormachen. USA, Russland, China, Israel voran – alle spielen die nationale Karte. Das Vaterland (la patria) bewegt millionenfach Gemüter in den ‚socials‘ und in den Zeitungen. Auf jeder Nudelpackung die Trikolore und von jedem Rindvieh heißt es: „100% carne italiana“.
Goldener Patriotismus
In Südtirol ist das „Italiensein“ (l’italianità) ansteckender denn je. Schön, dass frohe Italiener Heimat auch in der kanonischen Tageszeitung „Dolomiten“ (15nov25) finden: sie heißen dort Innerhofer und Weißensteiner, nicht Grillo und Brillo. Es frohlockt der „frohe“ Italiener Hannes Weißensteiner über die Ströme von Gold und Geld, mit denen der Sport unsere Provincia flutet, er findet die Werbung für Südtirol unbezahlbar und meint, ein frohes Italienersein würde auch uns Andere von der alpinen Rückständigkeit hinaus in die Weltläufigkeit geleiten. Faschisten sagen das seit 1920. Natürlich spendet ein Konformist mit respektablem CW-Wert auch „unserem Europa“ ein wenig Weihwasser. Nur, beim ‚Europasein‘ will keine rechte Begeisterung aufkommen. Der Grund: Deutsches Nationalgefühl darf es nicht geben. Da tut sich der neue Südtiroler mit Italien schon viel leichter.
Schützen stören Show
Gesinnungsfreund Innerhofer putzt sich derweil an den paar tausend Schützen ab, die es gewagt haben, auf das Hässliche des italienischen Nationalgefühls hinzuweisen, das offensichtlich verlangt, andere Nationen als nachteilig oder gar minderwertig zu erklären, während auf der anderen Seite Hunderttausende von zachen Chauvinisten es gar nicht erwarten können, bis bei uns heroben der letzte deutsche Hahn aufhört zu krähen.
Gold blendet – Moses komm!
Gugelhupf, Germzopf, Goldenes Kalb: Es wird langsam Zeit für Moses, mit seinen schweren Steintafeln vom Berg herabzusteigen und den Leuten die Sonnenbrille mit den Dollarzeichen abzunehmen.