Wie heißt gleich das Mehl aus Sytirol?
Kleiner Gedankenaustausch zum Familiennamen Rieper in der Dolomiten.
Auf deren Leserbriefseiten (am 25. Feber) merkte der Historiker und Heimatkundler Rudolf Trenkwalder aus Mareit an, dass der Familienname des bekannten Mehlerzeugers RIEPER aus Vintl im Sender Bozen als „Riper“ ausgesprochen wurde, während man im Volk doch seit jeher „Ryeper“ sagt. Eine sanfte Erinnerung an die Redakteure der Sendeanstalt, doch etwas mehr Lokalkolorit zuzulassen, anstatt mit sterilem ZDF-Deutsch unsere Eigenart platt zu walzen.
Tage später (am 7./8. März) erklärte das Unternehmen RIEPER über Frau Katrin, die bundesdeutsche Aussprache mit „langem i“ gelte für die Medien: „Gleichzeitig wissen wir die regional gebräuchliche Dialektform mit „ie“ zu schätzen, die historisch gewachsen ist und weiterhin…“ – Obacht, jetzt kommt’s! – „…gepflegt werden darf.“ Allerhand: „darf“!
Es wurde noch nie vernommen, dass der Gebrauch von Familiennamen auf Lizenz vergeben wird, oder eine Genehmigung einzuholen sei, um einen im Volk verankerten Namen in dieser oder jener Betonung aussprechen zu „dürfen“. Aber die Generation Katrin wird das schon anders sehen.
Der auf diese Weise angesprochene, vermutlich ältere und weisere Herr Trenkwalder hat dann, ebenfalls in einem Leserbrief an die Dolomiten (10. März), die Sache mit einer netten Anekdote über die „Ryeper“-Mander abgerundet und erzählt, wie sie früher die schweren Mehlsäcke „af der Oxl“ in den elterlichen Gemischtwarenladen stemmten. Ans Ende des Briefes setzte er ein ergebenes „tempi passati“.
So wird also das vertraute, heimische Riëper-Mehl auf Italienisch wohl zur Farina Ripper werden (fast schon Jack the, gell) und auf Deutsch „Riper“, mit streng preußischem „i“ und einem „R“ tief unten in der Gurgel statt rollend auf der Zungenspitze. Tempi futuri.