PRÄSIDENT IST PRÄSIDENT

19. Januar 2026

Schluss mit der Seifenoper-Sprache in Medien und Politik.

Es hat sich in Europas hoher Presselandschaft ein vulgärer Ton breit gemacht. Nenn’ es Cowboy-Sprache oder Proleten-Slang. Führend ist BILD. Einerlei, Einheitsbrei. Wir haben es uns angewöhnt, von Staats- und Regierungshäuptern salopp bis abfällig zu reden. Eines der prominentesten Opfer der gedruckten Gossen- und Lästersprache ist Donald J. Trump, der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Gleichauf und übertroffen nur vom Zerrbild seines russischen Amtskollegen Vladimir Vladimirowitsch Putin, der den Zeitungsmachern und Woke-Populisten das Böse in Person ist. Was die nicht alles einstecken müssen, von ZEIT über BILD bis hin zur bundesrepublikanischen Repetier- und Duodez-Presse von „Dolomiten“ und „ff “ (Stichworte „fuck around“ und „Lederhosen-Trump“).

Damit muss Schluss sein. Staatsoberhaupt ist Staatsoberhaupt. Gilt für Trump und Putin, und gleichermaßen für Mattarella, Macron, Khameini, Maduro und Xi Jinping. Kann man mögen oder nicht, kritisieren oder bewundern, ablehnen und bekämpfen, ja, durchaus – aber der permanente Kriegspropagandamodus in der untergürteligen Sprache einer amerikanischen Seifenoper, der muss aufhören.

Schluss auch mit der Einteilung in Gute und Böse nach Art von pubertären ‚Bullen und Banditen‘-Spielen (bei uns: ‚Raabr und Polli‘). Die Wahl und Macht eines US-Präsidenten ist genauso undurchsichtig wie die Führungsauslese in der Russischen Föderation oder in der Volksrepublik China, weswegen man gar nicht von Demokraten hier versus Diktatoren dort sprechen sollte.

Schließlich weiß ich aus meiner kleinen und bestens vertrauten Heimat Südtirol, dass zum Regieren nicht die Berufenen gewählt werden, sondern die Schlitzohren in Partei-Seilschaften. Aber selbst da gilt: Hauptmann ist Hauptmann. Duzen und Schulterklopfen muss nicht sein, frotzeln auch nicht, aber Achtung vor dem Amt.