Die «Tuifl» haben begeisterten Zulauf und der «brave» Nikolaus ist mitten drin.
Das Gegensatzpaar Nikolaus-Krampus ist ein genialer Wurf, um die ewige Dichotomie zwischen Gut und Böse, Tag und Nacht, Glück und Verdammnis darzustellen. Ein Glück, dass Tirol diesen Brauch hat (durch die allegorische Form scheint wieder einmal die Barockzeit sein Schöpfer zu sein).
Ob dann einmal die Krampusse zu grellen Pop-Schauläufen werden oder ein andermal der Nikolaus zum Santa Claus oder Weihnachtsmann verlängert wird, ist alles halb so wichtig. Am Nikolaustag (nach dem Tuifl-Tag am 5.) durften in Lana zur Dämmerung die kleinen Tuifelen am Gries ihr «Unwesen» treiben.
Mit welcher Freude sind doch die Kinder davongestoben, als sich ihnen so ein pelziges, schwarzes Kerlchen mit Schelle und Rute näherte. Da hat man eine Ahnung bekommen, wie wichtig Krampusse sind. Erst recht für die Buben, die vermummt im Fell stecken: Ihr Stolz und Selbstwertgefühl, den Krampus «spielen» zu dürfen, muss an diesem Abend mindestens um zehn Zentimeter gewachsen sein.
P.S. Was der Tuifltog mit der Angst zu tun hat, habe ich in einer autobiografischen Erinnerung HIER festgehalten.