Nicolas Maduro? Oh, die USA tun sich nur verteidigen, flötet die Meloni und macht sich ganz klein.
Der Fall Maduro spaltet die Welt. Die gewaltsame Entführung eines Staatsoberhauptes aus einem souveränen Staat und UNO-Mitglied ist nur eines echten Schurkenstaates würdig. Welcher Teufel hat Donald Trump da geritten? Die Vizepräsidentin Venezuelas, Delcy Rodriguez, die den Platz des von den USA gekidnappten Präsidenten Maduro Moros rechtmäßig eingenommen hat, spricht aus, was sich niemand sonst getraut: Dahinter stecke die Lobby der Zionisten, sagt sie unverblümt in die Fernsehkameras.
Doch der US-Raubüberfall steht in bester und längster amerikanischer Tradition. Dass der Enthauptungsschlag in Caracas in der Nacht vom 2. auf 3. Januarius einen eklatanten Bruch des Völkerrechts darstellt, ist offensichtlich. Diese Rhetorik-Waffe der Europäer gegen Putin ist spätestens jetzt obsolet geworden.
Der Golpe Marke Mar-a-Lago ist im Großen gesehen eine Verzweiflungsaktion, um die Übernahme Venezuelas durch die Volksrepublik China und die Russische Föderation zu stoppen. Amerika gehört uns, sagt Donald Trump. Also auch das Öl Venezuelas: Er sagt es offen, als ob es die größte Selbstverständlichkeit wäre. Und Grönland sowieso. Und Kanada wird ein Bundesstaat der USA.
Was, der Putin will nichts weiter als seine Donbass-Russen zurück? Was für ein Versager! (meint die kriechende BILD). Wladimir, groß musst du denken, so wie ich, der reale Donald. Los, sag frisch, dass ganz Europa nichts weiter ist als ein Blinddarm-Fortsatz Russlands! – Nein, so sind wir nicht, antwortet der Russe in höflichem Hofburg-Deutsch.
Derweilen haben die Rhetorik-Weltmeister in Berlin, Paris, London und Brüssel arge Ladehemmungen. Und in Rom macht sich die zwischen Gaza und Caracas durchgebeutelte Giorgia Meloni plötzlich ganz klein. Der Weg der Gewalt sei zu verurteilen, aber jeder verstehe, das sich Amerika verteidigen müsse. Das ist Pontius Pilatus 2.0. Oder Janus (passend zum 3. Januar), der Gott mit den zwei Gesichtern, eines vorne, eines hinten.