Manchmal muss es schlechter gehen, damit es wieder besser geht. Gilt auch für Zölle.
Seit Adam Smith (1776*) tobt der Meinungsstreit um den Freihandel gegen den Protektionismus. Was ist besser?
Ein jeder stellt das her, was er am besten und billigsten kann und verkauft es auf dem Markt, nicht nur in der eigenen Stadt, sondern auch und vor allem «über See». Das Königsbeispiel damals war Portwein aus Portugal gegen Wolltuch aus England. Klarer Vorteil für beide.
Was vor 300 Jahren sonnenklar erschien, war um 1900 bereits heftig umstritten. Mehrere Nationen mit ausgebauten industriellen Kapazitäten waren in scharfe Konkurrenz zueinander geraten. Es begann ein Verdrängungswettbewerb, den nur die Größeren zu Lasten der Kleineren gewinnen konnten. Zwei Weltkriege waren die Folge.
Stark vereinfacht stellt sich die Weltlage heute so dar: Russland liefert Rohstoffe, China ist die Fabrik, USA und EU konsumieren, was die anderen beiden geliefert und gemacht haben.
Heißt, der Westen ist mit seinem Prinzip des Freihandels am Ende – die anderen wollen den Freihandel jetzt, nachdem sie im Kommunismus Protektionisten waren. The Real Donald versucht die Umkehr, um nicht ganz abzurutschen.
* Im Jahr 1776 erschien Adam Smith’s Werk „Der Wohlstand der Nationen“. 1776 ist zugleich das Geburtsjahr der Vereinigten Staaten von Amerika.