So wie Bahn und Bus vom Auto überholt worden sind, so wird das individuelle Luftgefährt die Zukunft bestimmen.
Der Flugplatz Bozen.
Es gibt ihn schon sehr, sehr lange. Als Militärstützpunkt und Sportmaschinen-Platz hat er einwandfrei gearbeitet. Die Umwandlung in einen Verkehrs-Maschinenplatz ab Mitte der 1990er schien zunächst auch gut zu laufen: Tyrolean Airways, toll. Bald flog auch der Teufel mit. Ausfälle wegen Schlechtwetter und Dunkelheit, riskante Anflüge wegen zu kurzer Piste. Bremsende Auflagen aus Rom. Das Konzept „kleiner Bruder von IBK“ geht nicht auf.
Die anfangs begeistert auf die Tragflächen des Landes aufgesprungenen privaten Investoren ziehen sich zurück. Das Land macht weiter: Massives Doping mit Steuergeld. Unterm Strich Romflieger für Politik und Beamte. Spätere Airlines haben ebenso wenig Glück wie die Tyrolean, eigentlich noch weniger. Die letzte Airline hieß Darwin Airlines. Ausgerechnet.
Die Volksbefragung.
Soll sich die öffentliche Hand zurückziehen vom maroden und umstrittenen Linienflugbetrieb in Bozen? Das will die Volksbefragung wissen, die 2016 am 12. Juni gehalten wird. Südtirols Stimmbürger können Ja oder Nein zu einem gewissen Landesgesetz sagen.
Ja bedeutet, die öffentlich Hand soll den Bozner Flugplatz weiter zwangsernähren, indem sie 10 Jahre lang eine abgezählte Dosis von Steuergeld pro Jahr intravenös verabreicht. Wenn die Überlebens-Fitness bis dahin nicht erreicht wird, dann wird die Geldmaschine abgedreht. So Plan und Versprechen der heutigen Landesregierung.
Nein bedeutet, der öffentliche Geldhahn wird ab sofort zugedreht! Ich bin für Nein. Warum? Solange das Ding auf unsere Kosten dahin kriecht, stinkt es, ist laut und vergrämt mehr Touristen als es ins Land holt. Außerdem sind IBK und VER so nahe, dass ein Zubringerdienst die darwinistisch fitteste Lösung ist. Würde es privat betrieben, müsste sich der Betreiber nach Markt und Technik richten, un diese beiden sind verlässlicher als die Politik.
Die Zukunft liegt in der Luft.
Eigentlich könnten wir uns alle beruhigt zurücklehnen anstatt Glaubenskriege zu führen, mit ihren Niederträchtigkeiten auf beiden Seiten. Dieses Referendum mag ausgehen wie es will. Warum? All das Geld, das die Landesregierung in die Aufzucht des Bozner Flugsauriers steckt, ist immer noch bescheiden gegen die Stütze für andere Urzeit-Monster wie Bus und Bahn. So wie diese beiden vom Auto überholt worden sind, so wird im Luftverkehr das kleinere, wendigere und möglichst eigene Luftgefährt die Zukunft bestimmen. In 10 Jahren (2026) werden wir atemberaubende Loopings von neuen Erfindungen sehen. Aber die Grundregel bleibt: Auf großen Häfen landen die Großen, auf kleinen Häfen die Kleinen. Also auch wenn man zu den Kleinen gehört, ist es immer gut, einen Flugplatz zu haben. Denn der Fortschritt der Technik bestimmt die Wirtschaft und die Politik, nicht umgekehrt. Schlanke luftgetragene Zubringer werden leise über Bozen kreisen und landen. Nicht nur über Bozen. Ähnliche Luftlandeplätze wird es in Bruneck, Toblach, Reschen und Schlanders geben. Oder auf dem Salten, der Seiser Alm… überall dort, wo viele, aber nicht massig viele Menschen auf dem schnellsten Weg hin wollen.