Grüße an die Verächter: Das Feuerwerk zu Silvester ist ein hohes Kulturgut.
Zeitnoten
Feuerwerk ist …ein genau so aristokratisches wie bürgerliches Vergnügen. Es ist individualistisch, antipuritanisch, antischeinheilig, antigeizig, Lebensfreude pur. Farbenfrohes und lautstarkes Sinnbild der sinnlichen Liebe. Das Aufschießen, das sprengende Platzen, das krachende Leuchten, das bunte Färben: unvergleichlich schöne Sinnesdarstellung der Lebens- und Liebes-Leidenschaft – ihrer Einmaligkeit im Aufbrausen und Absterben – Gleichnis des Lebens.
Feuerwerksfeinde führen Ausreden an, warum Feuerwerk verboten sein soll: das Verständlichste ist noch die Brandgefahr, aber seit es bestens ausgerüstete Feuerwehren gibt, zieht das nicht mehr so. Also werfen sich die Verächter voll auf ‚Brot statt Böller‘ und neuestens auf Klimarettung, Umweltschutz, Hunde- und Taubenwohl.
Feuerwerk Ja oder Nein?
Der Standpunkt von Konformisten: «aus Umwelt- und vor allem aus Tierschutzgründen nicht zeitgemäß»; «im Sinne der Nachhaltigkeit werden private Feuerwerke nicht genehmigt». Der Standpunkt der Männlichkeit: «Feuerwerk macht Freude»; «5 km weniger mit dem Auto sind 5 Raketen mehr.» «Wer sich um Tiere sorgt, soll zu Silvester auf seinen Teller schauen».
Hier der Kehrreim des Wiener Liedes «Schön ist so ein Ringelspiel» von Herz/Leopoldi 1932 in leicht abgewandelter Form:
Schön ist so ein Feuerspiel!