IST DIALEKT SO SCHLECHT?

20. August 2025

Einer mag es gar nicht, dass Sinner und Paris ein paar Brocken Tirolerisch kauen.

Unlängst auf salto.bz Rubrik Kultur, Titel «Dialektale Verfehlung». Nit letz.

Il salto pensiero:

  • Dialekt ist was für den Stammtisch, also für die Säue. Und basta.
  • Schon auf dem Smartphone ist Sytiroler Dialekt Unterdrückung anderer („verschriftlichte Willkür“).
  • Wenn Tennis-Kracher Jannik Sinner oder der Heillos-Domme Dominik Paris Interviews geben und ihnen dabei ein Brocken in ihrer Mundart herausrutscht, dann sind sie potentielle Tscheggl („vielleicht können sie es nicht besser“).
  • Wenn die heilige Staatsfunke-Rai auf Dialekt macht, muss das hingenommen, aber nicht goutiert werden („alles gut und lustig, aber“).

So, und warum das alles?

Der Kulturredakteur regt sich auf, weil von einem Italiener, der sich in Bozen für das Büro des Südtirol Volksanwaltes beworben hatte, nicht nur Deutsch- sondern auch Kenntnisse des lokalen Dialekts erwartet worden waren. Darüber kann man geteilter Meinung sein, gewiss. Nur ist die anschließende Argumentation, warum die Südtiroler Mehrheitssprache nur was für Deppen ist, gelinde gesagt überheblich. Oder das Gegenteil davon. Denn beim Kulturredakteur macht sich der alte Kolonial-Reflex bemerkbar, den wir Südtiroler so gut kennen: „Das Ganze hat mit Offenheit zu tun. Möchte ich verstanden werden?“ Doch, doch – aber warum fragen sich das so viele Herrschaftsitaliener in Südtirol nicht selber?

Der Kulturweisheit letzter Schluss

Wenn Südtiroler heimelig tun, bleiben sie „international vollkommen unverständlich“. Natürlich. Das haben alle Sprachen der Welt gemeinsam – bis auf digital-pidgin-english. Der Kulturredakteur hätte gerne gleichgeschaltete Sprachsubjekte all over the world. Nein Danke.

Sagt der Tiroler nix nuis, wenn er sagt: Beim Reden kommen die Leut immer zamm, wenns Leut sind.