Wozu braucht es überhaupt noch einen Senat …und Senatorinnen?
Weil Oma Julchen ihren blondierten Kopf wieder einmal aus dem Dolomitengerölle herausgesteckt und haarsträubende Dinge gesagt hat – sie will „Ideen“ verbieten und „Tastaturkrieger“ in die Hölle schicken – habe ich mir überlegt, was so eine römische Senatorin die ganze Zeit macht. Na klar, sie sitzt im Senat.
Aber was ist das, der Senat? Braucht den je ein Mensch?
Antwort: Nein, genau so wenig wie alte Ziegel. Der Senat ist ein Überbleibsel aus der Zeit, in der die Menschen noch sehr ungleich waren. Und ausgerechnet eine, die angeblich für die Gleichberechtigung kämpft, tummelt sich dort, im elitären, römischen Senat. „Parfümiert bezahlt“, wie der Italiener sagt.
Die Vertretung des Volkes im Staat Italien ist nach englischem Vorbild aufgebaut: Im „House of Commons“ (Parlament) saßen einst die gewöhnlichen Abgeordneten, im „House of Lords“ (Senat) die Adeligen, die Großgrundbesitzer, die wirklich Reichen. Dieses Zweikammersystem hat sich gehalten, obwohl die Gesellschaftsordnung heute eine andere ist und jetzt im italienischen Senat auch ganz gewöhnliche Leute sitzen – sogar Partei-Lieblinge, die es leider nicht mehr in den Südtiroler Landtag geschafft hatten.