Eine kleine Geschichte des Kaffee*. Warum es den Feigenkaffee immer noch gibt.
Doch, er wird aus echten Feigen gemacht, meist aus türkischen. Beliebt und vielgetrunken war dieser Kaffee in unserer guten alten Donaumonarchie. Der „Feigengarten“ lag damals im Osmanischen Reich rund um die Stadt Smyrna (heute Izmir).
Eine wohltuend liebhaberische Erzählung vom Feigenkaffee und den türkischen Feigen habe ich im Netz bei Benjamin Redl aus Schrems im Waldviertel gefunden (nicht geschäftsglatt und mit viel k. u. k. Nostalgie)
Feigenkaffee verdrängt
Heutzutage haben Getreideröstungen den guten alten Feigenkaffee der Kaiserzeit verdrängt. Gerne als lösliches Pulver mit mehreren Röstpflanzen, wie zum Beispiel der Marke Grana’s
„Feiner Landkaffee“ mit den Zutaten Gerste (45%), Roggen (27%), Zichorie und Zuckerrüben.
Alles Kaffee
Handelstypisch läuft auch dieser Kaffee unter „Löslicher Kaffeesurrogat-Extrakt“ (Bezeichnung eingeführt in der NS-Zeit, wäre woke-ideologisch also „Nazi-Sprech“).
Was aufs Neue jene ungerechtfertigte und untergeordnete Stellung zum Bohnen Kaffee kennzeichnet, die wir bereits in den Wikipedia-Artikeln als auch in der Erzählung vom reinen Feigenkaffee aus Schrems festgestellt haben. Die Benennung Kaffee sollte eigentlich genügen.
Ende der Kleinen Geschichte des Kaffee auf dekas.blog. Vorherige Folgen:
Fussnote
*) Hier „des Kaffee“, obwohl es grammatikalisch korrekt im Deutschen heißen müsste: „des Kaffees“ – Genitiv, markierungspflichtig. Allerdings ist der Genitiv im Schwinden begriffen, was ich hier eigenmächtig ausnutze. Die Begründung bekommt einen eigenen Beitrag, später einmal.