DAS ROLLENDE „R“

10. Dezember 2025

Die Vinschger, die Bayern, die Italiener und die Schotten lieben es…

Die Vinschger, die Bayern, die Italiener und die Schotten lieben es, das rollende „R“. Bei den Spaniern ist es legendär. Flink und schnell flattert die Zungenspitze am oberen vorderen Gaumenrand: Rrrundherrrum Arrrrriba. Die Franzosen und die Deutschen hingegen bevorzugen das scharrende „R“. Tief unten in der Kehle wird ein dem „K“ ähnliches „Chch“ gegurgelt und ausgestoßen. Cchchhiä dö chchchiä (rien de rien). Soll elegant sein.

Die deutschen Südtiroler imitieren es schlecht: Chestochå, soll heißen Restaurant. Niemand scharrt so gut wie die ZDF-Deutschen: Schachen von Chingean kchachen in die Achena (Scharen von Ringern krachen in die Arena). Leider teilen die unteren Etschtaler diese kehlige Leidenschaft. Wenn sie auf Italienisch Danke sagen, hört sich das so an: Kchchatzie. In der Kirche zu Lanan betet man viel zum Häch und kaum zum Herrrrn.

Für Nationen ist das Rollen oder Scharren ein Tatbestand, an dem wenig zu ändern ist (do isch nich zi tian, sagte die Ultnerin, das ch weich, fast gehaucht). Aber zwischen Etsch und Etsch wäre eine kleine Aufrrrundung nicht gar nicht so schlecht, oderrr?