BESSER ALS FASCHINGSKRAPFEN

16. Februar 2026

Das sind Buchteln: Bauchig, (Germ-) fluffig, Marille-triefend und ganz ohne Frittieröl.

Buchty ist der böhmische Original-Name* unserer süßen, heiß beliebten „Buchteln“. Omas Buchteln gehen „a ruba“ bei Groß und Klein. (ruba = Raub). Der Rezepte gibt es viele, klar. Wir bevorzugen die österreichischen, zu finden im Internet bei Fini’s oder Christina’s. Ganz ohne den Firlefanz von  Orangenschalen, Rum, Marillenschnaps und 10 Eidottern (!), die in einem Sytiroler Rezept angesagt sind.

Die Buchtel schaut fast gleich aus wie der Faschingskrapfen. Mit viel Butter im Teig und der hausgemachtem Marillen-Füllung schmeckt sie gleich vollmundig wie ihr Vetter, hat aber nicht jenen leicht störenden Ranz-Geschmack, der sich beim Krapfen einstellt, wenn der, erstens, so wie es palatial-neumodisch** und gewerblich-industriell der Fall ist, nicht in Schmalz, sondern in Samenöl „herausgebachen“*** und zweitens nicht mehr ganz backfrisch ist.

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Noten

*) Tschechisch Buchta, Buchty; Was namengeschichtlich eh wieder mit dem Deutschen verwandt ist, weil Bauch einst „Būch“ hieß. Das gemeinsame Urwort ‚Bheu‘, ‚Bhu‘ hat nach Duden die Bedeutung von Schwellung.

**) palatial ist meine Adjektivbildung zu (lat.) Palatum, der Gaumen, exklusiv für den Gourmetbereich („Gaumenfreuden“). Um zu kennzeichnen, dass der Geschmackssinn im Essgenuss (Gaumen) mit der Zeit geht und sich ändert. Die Endung -ial zur Unterscheidung von den medizinisch und sprachwissenschaftlich gebrauchten Adjektiven palatinal und palatal.

***) sytirolish herausbachen heißt, etwas in Fett frittieren. (Aus: SÜDTIROLER DIALEKT WÖRTERBUCH)

P.S.

Wunderst di, warum die Fotos so schiach sind? Hier geht Realküche vor Fancy-Food à la Schöner Wohnen. Zum Profi-Hochglanz gehts hier für Krapfen und hier für Buchteln.