ALLES DIGITAL IST NICHT ALLES BESSER

9. Dezember 2025

Die wortlose, digitale Interaktion ist eher ein Fluch als eine Errungenschaft.

Kaum hatte mich die digital automatisierte, vollkommen wortlose, Verkehrsstrafe aus Meran tief betroffen gemacht, lese ich in der Papierzeitung, dass der Verbraucherschutz (und die SVP-Senioren) die inhumane Seite der digital automatisierten Behördengänge beklagen – sie nennen es eine „Diskriminierung“ der älteren, weil meist digital unfitten Leute.

Doch das ist nicht der Punkt! Morgen werden die Senioren digital fit sein. Problem gelöst? Nein. Dann wird über jeden einzelnen von uns ein gesichts- und wortloser, unansprechbarer und damit unangreifbarer Moloch herrschen. Bevor wir Ja, aber sagen können, wird er uns in seine digitalen JA/NEIN-Kanäle zwängen.

Neben dem um Verlust von Humanität, Kommunikation geht es auch um die Passgenauigkeit, die Schnelligkeit und Einfachheit der Erledigungen! Es ist ein MÄRCHEN, dass das Digitale alles besser, leichter und schneller macht! Wer ist nicht schon stundenlang vor dem Rechner gesessen, um ganz simple Dinge zu erledigen? Die Anbieter (auch Ämter) schieben die Aufwandslast einfach auf die Nutzer ab. Habeas!

Dazu kommt ein politischer Makel: Wir Südtiroler als sprachlich geschützte nationale Minderheit verdampfen im digitalen Universum. Da gibt es nur National-Italien. Auf Italienisch und sonst nix. Keine Differenzierung, keine Wahlmöglichkeit.

Die wortlose Robot-Interaktion ist ein Fluch, keine Errungenschaft.