DIE ANDEREN NEUJAHRSTOTEN

3. Januar 2026

Entsetzen über Opfer im Nobel-Skiort, Gleichgültigkeit über Opfer am Schwarzen Meer.

Im Walliser Nobel- und Promi-Ski-Ort Crans Montana sind in der Neujahrsnacht 40 junge Leute umgekommen bei einer feuchtfröhlichen Champagnerparty. Großes öffentliches Entsetzen und Trauer. Ebenfalls in der Neujahrsnacht haben dutzende Familien ihre Party gefeiert in einem kleinen Hotel an der ukrainischen Schwarzmeerküste, weit weg von der Kriegsfront, Russen und Ukrainer gemeinsam, als zielgerichtet drei ukrainische Drohnen ansurrten, eine davon mit einem Brandsatz, und das Restaurant in eine Feuerhölle verwandelten. 27 Todesopfer werden gemeldet, darunter 2 Kinder. Den Angehörigen der Opfer beider Ereignisse das tiefste Mitgefühl.

Doch während die Medien die Schwarzmeer-Opfer als Putin-Lüge abtun, erschüttert die Tragödie der Jeunesse dorée in Crans Montana sogar die Moraldiskounter auf der Dolomitenseite („nie wieder“). Unsere Medien messen hier mit zweierlei Maß und erzeugen Neujahrstote erster und zweiter Klasse. Was werden diese Kommentatoren erst sagen, wenn an jedem einzelnen Tag im Jahr Zig mal 40 junge Leute aus Italien, Deutschland, Frankreich, Ukraine und Russland sterben, nur weil die EU-NATO auf Teufel komm raus bis zum Don und Dnjepr reichen will, Krim inklusive?