Automatisierte Verkehrsstrafen machen Leute zu Bankomaten
Habe – wie berichtet – eine saftige Verkehrsstrafe wegen Autofahrens eingefangen: „Automatisch“ zugestellt in einem mächtigen, grünen Brief. Will ich mich nicht aus dem Strafzettel herausreden, obwohl es Grund gibt.
Führe den Vorfall nur an, um die Unterschiede von einer humanen zu einer roboterartigen Vorgehensweise aufzuzeigen. Hier was geschah: Fahre mit Tempo 35-40 km/h stadtauswärts. Genau an der Kreuzung springt die Ampel auf Gelb. Zum Abbremsen zu spät, Risiko Auffahrunfall. Fahre bei Orange durch. Vier Wochen später kommt der grüne Brief. Die Ampel muss wohl vor Verlassen des Radarkegels auf Rot gesprungen sein. Vielleicht ist die Falle sogar wegen des Langsamfahrens zugeschnappt. Keine Ahnung. Weiß nur, dass ich nicht bei Rot über die Kreuzung gefahren bin. Udn so etwas schon gar nicht vorhatte.
Dem Automaten kann ich die Sache nicht erklären, der kennt nur Rot oder Nicht-Rot. Und der automatische grüne Brief lässt mir keine Chance. Kalter Vollzug. Alles ohne ein einziges menschliches Wort. Grauslich.
Wer solche voll digitalisierten Systeme der Züchtigung von Autofahrern einrichtet und befürwortet (die Politik nämlich), wird früher oder später erfahren müssen, dass sich die Leute nicht ohne Widerstand gnadenlos die Haut abziehen und sich als Bankomaten missbrauchen lassen.