NEW ZYOHRAN

9. November 2025

(Blick nach Westen) Die Neujorker wählen 24 Jahre nach 9/11 einen nichtweißen Moslem zu ihrem Bürgermeister.

Einwanderer ist er und einen Bart trägt er auch noch. Da reibt man sich die Augen. Zohran Mamdani, 34, ist Sohn der in New York ansässigen («Wahlheimat») indischen Filmregisseurin Mira Nair. Ihr Debüt-Spielfilm Salaam Bombay! gewann die Caméra d’Or beim Cannes Film Festival und wurde auch für einen Oscar nominiert. Der Vater Mahmood Mamdani, geboren in Bombay, Indien, lehrt als Inhaber der Herbert-Lehman-Professur am Institut für Anthropologie an der Columbia University in New York City (…aus Wikipedia). Geboren ist Zohran 1991 in Uganda. Die Familie gilt als wohlhabend. Konfession muslimisch.

Zum Bürgermeister von New York City wurde der «Dem» Zohran Mamdani gewählt von rund einer Million Neujorkern (4 Mio wahlberechtigt, 2 Mio. gaben ihre Stimme ab).

George Galloway verkündet freudestrahlend, dass der junge, bärtige Muslim in der jüdischen Gemeinschaft ein Drittel der Stimmen bekommen habe. Mit Mamdani hätten die Neujorker, vor allem die Jungen und auch die Jüdischen ein klares Zeichen gesetzt gegen die «zionistischen Oligarchen», die den Genozid in Gaza betanken, so der streitbare Schotte (youtube Galloway monologue on trump zohran kaliningrad)

Insgesamt jubeln die Linken weltweit, und die US-Demokraten besonders, über diese heftige Watschn für Präsident Trump. Man darf auf jeden Fall froh konstatieren, dass die Demokratie noch funktioniert und quicklebendig ist in NYC (im Gegensatz zu Berlin und Wien).

Dem Jubel auf der linken Seite steht die Fassungslosigkeit, ja Wut auf der rechten Seite gegenüber. Trump nennt Mamdani einen Kommunisten und Islamisten. Eine ganze PR-Armada hat sich in Bewegung gesetzt, um den jungen Muslim abzuwerten und als Großmaul hinzustellen, der viel verspricht und wenig halten kann (nun, das hätte er mit Meloni, Merz und Trump gemeinsam). In Italien bläst sogar (meine geschätzte) «La Verità» zum Sturmangriff auf Mamdani.

Dabei wird völlig übersehen, dass a) wir selber und nicht die Muslime unsere «christlichen Werte» untergraben, und b) Zohran Mamdani zu einer neuen, ganz jungen Generation gehört.

Er und seine Wähler sind alles Kinder von gebildeten, bereisten Leuten aus den unterschiedlichsten Winkeln der Welt, mit abenteuerlichen Namen wie Arnold Schwarzenegger oder Barack Obama.

Speziell die Neujorker Jungen haben die alten, korrupten Mafiatypen satt. Sie wollen was Neues, auch weil sie müssen: Der «American Dream» vom Fortkommen aus eigener Kraft ist längst geplatzt. Um in NYC was zu werden, brauchst du den Schutz eines Paten oder Reichen, sonst fressen dich die Lebenshaltungskosten auf. Die Helleren (nicht Hautfarbe) unter den Jungen haben das verstanden und lehnen sich (auch) mit dieser Wahl gegen die politische Realität auf. Dazu braucht es eine Portion Hoffnung, Traum und Illusion, und die trägt aktuell den Namen Zohran.

Es besteht kein Grund Mamdani zu glorifizieren. Er wird sich hart tun. Er ist nicht viel mehr ist ein Signal, dafür aber ein klares. Und die anderen sollten schnell herabsteigen von ihrem Ross. Der junge Zohran hat nichts mit Islamismus und Antisemitismus gemein – diese Keule schlägt nicht mehr. Aber hoffentlich hat Mamdani eine klare Haltung zum Kindermassenmord der neuen Herodusse in Gaza.