Partisanen waren sie gewiss nicht, die Psayrer Buabm. Die Bezeichnung ist diebisch.
Es geht um 80 (erfasste) junge Männer im Passeier, die sich seinerzeit der Einberufung zur Deutschen Wehrmacht durch Flucht in die Berge entzogen hatten.
Das Museum Passeier widmet ihnen eine Ausstellung. Die Macher der Ausstellung, eine Mädelmannschaft, vergreifen sich allerdings gehörig im Klavier und taufen die Fahnenflüchtigen Partisanen, als wären Psayrer Kämpfer gegen Nazis und Faschisten das natürlichste der Welt.
Selbst wenn diese Bezeichnung augenzwinkernd im Volk gewachsen wäre (ich tippe eher auf einen Neunmalklugen), ist es falsch und anmaßend, sie zur „Ehre der Altäre“ zu erheben, was durch eine solche, offizielle Ausstellung geschieht.
Partisanen sind jene, die aus dem Hinterhalt einen organisierten und bewaffneten Kampf gegen reguläres Militär führen.
Das war bei allen 80 versteckten Buabm nicht der Fall. Nicht im Passeier, nicht im Vinschgau, nirgends in Südtirol. Sollte es auch nur einen einzigen gegeben haben, der eine Militärpatrouille oder einen Stützpunkt überfallen hat, dann wäre das ein Ausreißer und vom Museum pflichtschuldigst in die erste Zeile der Kundmachung zu schreiben.
Habe größtes Verständnis für die Entscheidung, sich nicht totschlagen zu lassen in einem fernen Krieg. Und wenn das allerletzte Mittel die Flucht in die Berge ist. Zwei Brüder meiner Mutter haben diese Entscheidung in den Jahren 1943-1945 getroffen. Selbst würde ich es meinen Oheimen gleichtun, wenn die von der Leyen mich gegen Russland zu schicken beliebte.
Also finde ich es lobenswert, dass die Arbeit der Passeirer Erinnerungsbeauftragten diese vergangene Realität aufzeigt und dokumentiert. Nur, den Begriff „Partisanen“ marketingflott auf verzagte junge Männer anwenden, die nur ihre Haut retten wollen, das geht gar nicht. Versuchen da einige Antifa-Fans, ein Stück Glorie von der Partisanenlegende Italiens einzuheimsen?
P. S.
Nett ist die Liste der Mitwirkenden an der Ausstellung. Hinter dem meldeamtlichen ist der Passeirer Vulgo-Name angeführt. Im „Museums-Blog“ ganz unten.