«Worte machen Menschen» Die Muttersprache des Sytirolers ist der „Dialekt“ – neugeboren durch das Smartphone.
Vom Mund her ist es sowieso die Hauptsprache, aber im Dialekt schreiben, das war vor Smartphone ein Exotikum. Auf Tirolisch schreiben, wo es noch keine Orthografie gibt? Alles Kraut und Rueben. Ist schon Neuland. Viele rümpfen da die Nase. Hochdeutsch sollte der Südtiroler sprechen, wenn er Deutsch redt. Geat scho guet, aber können? Das feine Ohr sagt Gotterbarm, wenn es hört, wie kläglich der Durchschnittssüdtiroler das ZDF zu kopieren versucht. Da ist sogar das arg belächelte Bozner Deutsch („Weisch“) um Längen besser und vertrauter. Also, Mut zum gepflegten Deutsch, das den Dialekt nicht verachtet, sondern elegant einbaut in Schrift und Rede. Übrigens, beim geschriebenen Dialekt handelt es sich um eine Renaissance. Schon um 1900 gab es eine ordentliche Dialektwelle – in den gedruckten Zeitungen! Da wurden ganze Artikel und Werbeanzeigen im Dialekt geschrieben – zufleiß!