Deutschlands mächtigste Zeitung ergibt ein klägliches Bild.
Die digitale Ausgabe (bild.de) vom 16. Feber 2026 ist in jeder Hinsicht bemerkenswert. Die Zeitung muss offen bekennen, dass das reiche Deutschland von den eigenen Leuten „arm regiert“, also in den Ruin getrieben wird (Kolumne von Julia Ruhs); zweitens, dass mit einer Geburtenrate im freien Fall (BILD am 15. Feber 2026) weder Wachstum noch Rente noch Schuldentilgung möglich sein werden.
Unvermindert geht im Massenblatt von Springer die Russenhatz weiter; einmal mit Hilfe der Münchner Bierhallen Konferenz – oder war es ein Hotel? – sei’s drum, jedenfalls beschwört BILD-Chef-Kommentator Robert Schneider die „westliche Zivilisation“ und ihre Werte gegen den bösen Putin.
Zugleich tritt in BILD eine blonde Wikingerin auf. Die Überschrift: „Russe zog Mette Marit in Epstein-Sumpf“. Wie schrecklich, die unschuldige, entführte Prinzessin… der Russe war’s. Wieder einmal.
Höre ich Epstein? (ich bestehe auf die deutsche Aussprache stain, wie das übrigens auch die Italiener tun). Ja, genau, das ist der mit der real gelebten westlichen Zivilisation. Welch ein Glanzstück! Alle Oligarchen, Präsidenten und andere Bosse, umgeben von königlichem Zierat, stecken in ein und demselben Sündenpfuhl. Gates, Clinton, Obama, Trump, Macron… Trotz massiver westlicher Prominenz wollen übrigens die Hinterwäldler von suedirol.news ganz klar sehen, dass alle Fäden in Moskau zusammenlaufen („Putins langer Arm“). Aber gewiss doch, sonnenklar. Wenn das nicht eine (wieder BILD) „europäisch-amerikanische Schicksalsgemeinschaft“ ergibt, was dann?
Bei so viel moralischer Rein- und Überlegenheit müssen sich die Russen und ihr „monströses Gewaltregime“ (BILD) ganz schnell von dannen trollen. Hinter den Ural am besten, damit der von den Orks okkupierte Ostrand der „westlicher Zivilisation“ putinfrei in die Klauen von Black Rock und der (auch sytiroler) Aktionäre von Rheinmetall gelangen kann. BILD, selbe Ausgabe: „Ist es unmoralisch, wenn ich da mitverdienen will?“ Aber nein doch! Wäre doch ewig schade, das deutsche Königsberg und das Bernsteinzimmer in St. Petersburg den Mördern und Kriegsverbrechern zu überlassen.
Die Russenfresser von BILD hören sich so an: Gestern noch wollten wir das Klima und die Welt vor dem Hitzetod retten, heute bescheiden wir uns mit 800 Milliarden Euro gepumptes Geld, um die Epsteins der westlichen Zivilisation vor Erzfeind Moskau zu beschützen.
Das, während Julia Ruhs in derselben Ausgabe von BILD allen irrlichternden Parteikarrieristen, Propagandisten und Staatsgästen in München samt den Kollegen von der Kommentarspalte vorrechnet, dass Deutschland mit seinem Sozialstaat nicht nur maßlos über die eigenen Verhältnisse lebt, sondern darüber auch seine ursprüngliche Tugenden der Tüchtigkeit in den Wind geschlagen hat. Passend dazu die nächste Schlagzeile von BILD, selbe Ausgabe: „VW plant 60-Milliarden-Sparhammer“. Lage drastisch: «Es brennt.»
Vielleicht sollten Deutschlands Herrschende und ihre „Meinungträger“ einmal im eigenen Haus zu kehren anfangen. Sonst hat der Russe natürlich wieder leichtes Spiel.
P.S.
Am Rande der Olymischen Wettkämpfe in Anterselva Antholz lässt sich Sytirols Landeshauptmann Arno Kompatscher mit dem „Finanzminister“ (!) (und Vizekanzler) der BRD, Lars Klingbeil, ablichten („Dolomiten“). Rot zu Rot gesellt sich gern.
Alles gut, – nur, wie wird man eigentlich Finanzminister der Wirtschaftslokomotive Sytirols? (Ich meine Klingbeil, nicht Kompatscher). Kinderbuchautor war gestern. Heute soll es ein Soziologe richten, der vom Wahlvolk gar nicht gerne, von der Partei aber umso zäher nach oben geschoben wurde. Beeindruckend ist jedenfalls seine Größe: 1,96 Meter, das weiß die deutsche Wikipedia auch noch.