VAN DER BELLEN

Freitag 25. September 2026

Israelkritik schlägt ein.

Sein tut er ja ein hetziger*, der van der Bellen. Ein russischer Tiroler mit niederländischen Ahnen, der in Wien die Hofburg bewohnt als Staatsoberhaupt der Republik Austria, ein alter, grauer Kettenraucher, gewesener Uni-Professor und Chefdenker der Grünen. Geistreich, jovial, eigensinnig.

Von Alexander van der Bellen Bundespräsident kommt das legendäre „So sind wir nicht“, als aller Welt die „b‘soffene G’schicht“ von Strache und Gudenus auf Ibiza vorgeführt und als Inbegriff der österreichischen Schla-Wiener-Ei berühmt wurde.

Von Alexander van der Bellen Bundespräsident kommt das (sinngemäß) „den Kickl lob ich nie als Kanzler an“, ganz nach dem grünen Refrain „Egal was die Wähler wollen“.

Von Alexander van der Bellen Bundespräsident gibt es dieses eigenartige Bild von der Meraner Kurpromenade, wo er mit seiner Doris Schmidauer zum Staatsakt im Kurhaus schlendert, als ob er ein Tourist wäre, während sein Konterpart Mattarella in der gepanzerten schwarzen Limousine vorfährt und von Gardeoffizieren begleitet wird. Die Republik Österreich hätte sich eine würdigere Darstellung verdient.

Dass Bundespräsident van der Bellen dann im Kurhaus von Meran (auf Mattarellas Hoheitsgebiet) sich dann auch noch den Ansässigen im Tiroler Dialekt angebiedert hat, lässt einen völlig am Sachverstand des im Übrigen hochintelligenten Staatsmannes zweifeln. Schon ein hetziger, sagt der Burggräfler.

Seit gestern aber muss ich den Van der Bellen loben dafür, dass er eine dornige Wahrheit weltweit ausgesprochen hat.

Mein ehemals vergötterter Sebastian Kurz, jüngster Kanzler der Republik, hat den alten Mann heftig kritisiert, desgleichen der Vilimsky von der FPÖ. Grund? Van der Bellen hatte vor der UNO in New York gewagt zu sagen, dass sich der Staat Israel in Gaza des Völkermordes schuldig gemacht habe.

Kritisieren kann man den Doris-Gatten meinetwegen wegen seiner wie oben schon bekannt gewordenen Formlosigkeit, in dem er aus dem Stand und Impuls heraus etwas tut oder sagt, was eigentlich vorher der Prüfung der Staatsräson unterzogen werden müsste, aber in diesem Fall hatte Österreichs Bundepräsident Alexander van der Bellen nicht nur Recht, sondern er wählte am 22. September 2026 bewusst die Bühne der Vereinten Nationen, die schmerzhafteste für die Schlächter von Gaza (nein, nicht die Hamas ist gemeint).


* „Isch a hetziger“ bezeichnet auf Tirolisch/Burggräflerisch sonderbares, ungewöhnliches Verhalten oder eigensinnigen Charakter.