Herzlichen Glückwunsch.
„Die Neue Südtiroler Tageszeitung“ der Gründer Lentsch und Tribus hat heute Geburtstag. 30 Jahre ist das rotschwarze Blattl alt. Ein Wunder, dass es überhaupt lebt und gedeiht. Die Leistung, die dahintersteckt, die von allen Beteiligten, erfordert Anerkennung und Hochachtung. Herzlichen Glückwunsch an Arnold Tribus, Christoph Franceschini, Arthur Oberhofer, Karin Gamper und all die anderen Zeitungsmacher und die Stützen im Verlag.
Eine Geburtstagsadresse ist nicht der Platz für Mäkelei und Kritik. Nur so viel: Dass es die TZ gibt, verdanken wir letztlich dem Staat (genauso wie die Existenz des Flaggschiffs der Südtiroler Zeitungsflotte, die „Dolomiten“). Beide sind durch die staatliche Finanzierung jeweils in ihrer „botte di ferro“, im eisenbewehrten Fass, oder, auf See und Eisen gemünzt, sie sind unsinkbar.
Für das Land Südtirol ist das ein Luxus, denn beide Tageszeitungen hätten unter rein marktwirtschaftlichen Bedingungen nicht dieses tolle Eigenleben.
So aber gibt es nicht nur das Zwei-Augen-Prinzip („Ich sehe, was du nicht sagst“), sondern auch die immerwährende Fehde zwischen der frech-proletarischen Silbergasse (TZ) und dem klerikal-besitzbürgerlichen Weinbergweg („D“) – ein Streit, der beim Publikum allein schon wegen des David-Goliath-Moments immer mit Spannung begleitet wird.
Das Leben von Zeitungen ist in Hundejahren zu messen, also ist die TZ schon ziemlich alt. Wenn man die stolzen alten Zeitungen Tirols zum Vergleich heranzieht, so haben wir Lebenszyklen zwischen zwei bis zehn und fünfzig bis 106 Jahren (Bote), nie mehr. Also wollen wir die TZ aus der Bozner Silbergasse ebenfalls als das nehmen: Ein mit Nerven und Schweiß erkämpftes, mit harter Arbeit gemachtes Zeitdokument, das für zukünftige Generationen unsere Geschichte miterzählt, so, wie wir das nicht missen möchten, auch und gerade deswegen, weil es ganz einfach der andere Blickwinkel ist.