Oder: Sommerloch stopfen.
Über die Freundschaft gäbe es viel zu sagen. Viel Tiefes und Wichtiges. Wie gut, dass es da einen Tag der Freundschaft gibt. Heute, am 30. Juli.
Ideal zum Stopfen des Sommerloches, hat sich die „Dolomiten“ gedacht. Ein bissl Interview geht leicht. Zur Freundschaft hat ein jeder was zu sagen. Auf der Titelseite prangt ein Agenturfoto mit glücklicher Mutti und ihren halbwüchsigen Kindern. Mann fehlt. Innen, beim Artikel, wieder ein Agenturfoto: Zwei junge, metropolitane Frauen, die sich verliebt anschauen. Glücklich auch sie.
Männerfreundschaften
scheinen hier nicht das große Thema zu sein. Dabei könnte ein Philosoph meinen, dass Freundschaft nur unter Männern voll zur Geltung kommt.
Die Freundschaft hat unter Männern einen doppelten, ja, einen unschätzbaren Wert. Denn Freundschaft hat mit Opfer zu tun. Von Freundschaft reden Männer nicht so ohne weiteres. Männer sind einander mehr Rivalen und Feinde als nett und kuschelig. Männer sind anthropologisch darauf programmiert zu kämpfen und ihr Leben zu lassen. In einer Männerfreundschaft sind das nicht ganz unwesentliche Dinge.
Aber wer kümmert sich denn heute schon um Hintergründe? Wir sind nett und freundlich, ecken nirgends an, also haben wir Freundschaften. Wir gehen dreimal im Jahr aus essen und schon verbindet uns Freundschaft.
Die Redensart Freund/Freundin
Noch uneigentlicher geht Freundschaft im Deutschen bei Liebschaften, Affären und sogar Verlobungen. Da ist man Freundin und Freund und wenn’s drauf ankommt, ganz ohne Freundschaft.
Ich gehe mit einem Mädchen, also bin ich ihr Freund (Übersetzung von boyfriend). Sie lässt mich stehen, also mag ich sie gar nicht mehr. Maria hat jetzt einen neuen Freund, ich bin ihr Ex. „Wir sind immer noch in Freundschaft verbunden“, sagt sie. Un tubo.
Mehr Mann
Aber gut, die Zeitung ist gefüllt. Und auch mein Blog von heute. Nur das mit den ewigen Frauenfotos, das geht gar nicht.
Wie sagte man gleich in der DDR?
Freundschaft!