SÜDTIROL IST ITALIENISCHER GEWORDEN

Mittwoch 20. Mai 2026

SVP feiert Reparatur der Autonomie.

«Südtirol ist italienischer geworden», stellten prominente Auslands-Algunder fest, die an Himmelfahrt von Bürgermeisterin Ganner zum stolzen Vorzeigen im Heimatdorf zusammengetrommelt wurden (Bericht «Dolomiten»).

Die Männer haben recht beobachtet. Das fängt an bei Zeller, Sinner und Wierer, die sich als voll italienisch erklären, geht über die Lebensart und Sprache bis hin zum Verständnis dessen, was die Südtiroler Autonomie wert.

Die SVP feiert im überschwänglichen Selbstlob die gelungene parlamentarische Abstimmung zu einer Verfassungsänderung, mit der die Südtiroler Autonomie angeblich abgesichert und sogar besser sein soll. Dabei ist es nur die Reparatur der alten, die durch die Verfassungsänderung von 2001 unter Berlusconi und die vielen Gerichtsurteile vom Typ ‚Italien über alles‘ angebohrt und durchlöchert da stand wie ein Termitenhaufen.

Dabei müssten die Edelweißen zuerst einmal dem Lega-Mann Roberto Calderoli aus Bergheim (Bergamo) Dankeschön sagen, der schon seit Durnwalders Zeiten für die Autonomie schlechthin kämpft. Für die «spezielle» seines Landes, der Lombardei, und für die «Spezielle der Speziellen», für Süd- und Welschtirol. Dank gebührt auch der Garbatella-Römerin und souveränen Regierungschefin Giorgia Meloni für ihre Öffnung gegenüber Südtirol und ihr Worthalten. Wenn auch das Manöver aus Sicht des italienischen Nationalismus ein willkommenes ist. Immerhin hat Italien die österreichische Minderheit südlich des Brenners noch einmal mehr an sich gebunden. Wieder ein Stück italienischer gemacht.

Der Pichler-Rolle hat das Unpassende im Toni-Ebner-Format auf Seite eins der «Dolomiten» passend gemacht, indem er kurzerhand auch die Ex-Faschisten zur «Paket-Partei» erklärte, so, als ob jetzt ganz Italien hinter Südtirol stehen würde und die gute alte SVP schon wieder einen epochalen Sieg eingefahren hätte.

Derweilen stehen unsere lieben Wiener Beschützer am Zaun und lächeln. Der Botschafter in Rom lässt sich mit den Südtiroler Honoratioren ablichten und preist die Freundschaft mit Italien. Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) darf weiter den Sandmann machen und verkünden, dass mit dem Briefwechsel nach dieser Abstimmung uns nichts mehr genommen werden kann, weil Wien dahinter steht. Vor einer Maus hüpft Meloni schneller auf den Stuhl.

Der Urzì und die Biancofiore, beides Ultras, lachen sich derweil einen und genießen ihre neuen Privilegien, darunter auch eine weitere Verbiegung der Demokratie. Schon bisher waren Italiener im Landtag bevorzugt. Mit ein paar hundert Stimmen können sie schon zweite Geige in der Landes-Regierung spielen, während der letzte Mohikaner der deutschen SVP mit 5000+ Stimmen gerade mal Fraktionssprecher wird.

Laut neuem Regelwerk soll, so hört man, die Landesregierung zugunsten der Italiener laut Proporz und nicht mehr laut Wahlergebnis und Stimmenstärke gebildet werden. Schaut aus, als wären die Fratelli vom Aussterben bedroht in Bozen.

Dabei wird Südtirol immer italienischer.