Folge 3: Warum die Gesamtmenge trügt
Südtirol bekommt – laut Landesamt – jedes Jahr die unglaubliche Menge von 5 000 000 000 000 Liter Wasser (5 Billionen) vom Himmel geschenkt. Dem gegenüber nehmen sich die Verbrauchsmengen direkt bescheiden aus.
Sagt das Landesamt: “Der Wasserverbrauch kann wie folgt aufgeteilt werden: Landwirtschaft: 150 Mio. m³ (3%), Industrie: 50 Mio. m³ (1%), Trinkwasser: 50 Mio. m³ (1%), Schneeerzeugung: 10 Mio. m³ (0,2%).”
Die angegebenen Prozentzahlen täuschen ein wenig, wenn sie vermitteln wollten, dass die Verbrauchsmenge ja eh gering und noch jede Menge Wasser zur weiteren Nutzung vorhanden wäre – eben die übrigen 4.740 Milliarden Liter Wasser, die in den Boden, ins Eis und die Etsch hinunter gehen (Folge 1).
Menge gesamt geht, für den Wald kritisch.
Die Pauchalrechnung berücksichtigt nämlich weder die Topographie noch die Vegetationsart in den verschiedenen Wassergebieten unseres Landes. Fünf Billionen Liter Niederschläge verhindern nicht, dass die Hochflächen Ritten, Tschögglberg oder der Sonnenberg im Vinschgau unter notorischer Wasserknappheit leiden.
Dass etwas mit dem Wasserhaushalt der Wälder nicht mehr ganz stimmen kann, das beweisen die immensen Flächen von Borkenkäferbefall. Da heißt es summarisch: Trockenheit, Klimawandel. Dabei ist es seit 20 Jahren üblich, dass die Bauern jedes noch so kleine Rinnsal mit den schwarzen Polyäthylen-Schläuchen eingefasst haben und ableiten. Den Rest erledigen die Wasserkammern der Gemeinden für das Leitungswasser und die Ableitungen für das Beschneien von Skipisten. Das alles hat zu topografisch vereinzelten Trockengebieten vor allem im höheren Waldbereich geführt. Die nun gewissenhaft vom Borkenkäfer und vom Windwurf ausgewiesen werden.
Abschließend aus Folge 1, 2 und 3 zum Wasserhaushalt in Südtirol lässt sich sagen:
Wasser erhalten wir vom Himmel her genug, aber wir müssen und können es besser bewirtschaften.
Der Schwund der Sparquote des Gletschereises und die Schäden in den ausgezuzelten Wald gebieten, ja sind sogar ein gebieterischer Imperativ, das Wassersammeln zu Verbrauchszwecken neu zu denken, durchlässiger einerseits, konzentrierter andererseits.
Für Klima- und sonstige Panik besteht keine Veranlassung.