GEORGITAG

Donnerstag 23. April 2026

23. April. Was man über Georg alles wissen könnte.

Die Georgs-Namen

Hoch mögen sie alle leben, die Schorsch (Bayerisch), Jörg (Schweizerisch), Jörgl (Tirolerisch), Juri (Russisch) Jörn (Norddeutsch), Göran (Schwedisch) , Jorge (Spanisch), Georges und Giorgio, Dschirdschis im Orient …bis hin zum guten alten englischen York (Jörg). Vergessen wir nicht das Land Georgien im kulturellen Stammbezirk des Heiligen, oder den amerikanischen Bundesstaat Georgia, benannt nach dem englischen König, der ein Deutscher war.

Der Georgs-Mythos

Der Name Georg Ist die hellenistische Fassung eines altorientalischen Namens und somit die verwestlichte Formel für eine orientalische Lichtgestalt. Die Georgier nennen den Mondgott Giorgi, im Islam begegnet uns der Georgs-Name Circis, ein verehrter Prophet. Der Georg-Kult trat im späten Hellenismus zuerst in Syrien bis Ägypten auf. Griechisch Georgios (der „Landmann“) dürfte eine linguistisch-symbolische Annäherung an das Original sein.

Die Georgs-Verehrung

Der christlichen Erzählung nach soll der heilige Georg ein großherziger Landbesitzer und tapferer Ritter aus Kappadokien in den Diensten Roms gewesen sein. Georg soll als christlicher Märtyrer unter Kaiser Diokletian um 300 gestorben sein. In der überaus reichen Legendenbildung nachher wurde aus dieser Figur der Patron der Kreuzritter. Richard Löwenherz brachte ihn vom Morgenland nach England und machte ihn  zum Schutzpatron (1222). Die Christen haben den orientalischen Georg (siehe oben) erfolgreich beerbt und umgedichtet (heute nennt man diese herausragende Kulturleistung abwertend „kulturelle Aneignung“).

Georgs-Kreuz und Georgs-Fahne

Rotes Kreuz auf weißem Grund. Wer kennt sie nicht, die Flagge Englands, die Georgs-Flagge? Oder das Stadtwappen Mailands, das Stadtwappen von Moskau, u.v.a., die weißrote Tiroler Fahne, die Nationalflagge Georgiens. Auch die österliche Auferstehungsfahne des Christus. Alles Georg.

Der Schutzpatron Tirols

Der Ritter und Edelmann St. Georg war der alte Schirmherr des Landes Tirol, bis er von Kaiserin Maria Theresia abgesetzt und durch den braven Tischlermeister Josef ersetzt wurde. Die Adelskaste hatte ausgedient. In der Aufklärung war für echte Männer bürgerliche Arbeit, Fleiß, Bescheidenheit und Familienbetreuung angesagt.  Also trauere ich immer noch unserem Georg hinterher, weil mir der Seppl einfach zu bieder ist.

Der Schutzpatron Russlands

Eine ganz besondere Bedeutung hat St. Georg für Russland. Dort prangt der heilige Georg als Drachentöter sogar im Staatswappen, das Wladimir Putin nach der Wiederauferstehung Russland aus den Trümmern des gottlosen Sowjetreiches anfertigen hat lassen. Religiös-politisch gesehen ist Russland für mich der Erbe von Byzanz  und der Heilige Georg, der aus Syrien, diese hellenistische Heldengestalt, ist Byzanz pur. Ich meine, dass sich Russland heute mehr denn je mit Sankt Georg identifizieren kann: Der Kämpfer, der es mit dem  Drachen und seinem weltumspannenden Reich aufnimmt.

Zum Schluss noch

Der platte Georgi-Witz

Der Heilige Georg ist der einzige Heilige der immer mit seiner Ehefrau abgebildet wird. Wie denn das? Ja, mit dem Drachen.

 

 


Das Titelbild zeigt einen Fresko-Ausschnitt zu St. Georgs in St. Romedius (Sanzeno, Anaunia)