Die EU kann gar nicht Großmacht sein.
Es ist ja nett, wenn jetzt alle so tun, als müsste sich Madame von der Leyen nur etwas mehr beeilen, um am Tisch der Großmächte Platz nehmen zu können.
Vom diabolischen Draghi bis zum treudeutschen Hans-Werner träumen sie von der Aufrüstung, der gemeinsamen Armee mit einem Oberkommando. Die militärische Schlagkraft sollte das Eintrittsbillett zum Galadinner der Giganten sein.
Wer führt die Sturmtruppen an? Der Westentaschen-Napoleon Macron oder Pastor Pistorius? Bedient Robert Fico die Panzer im Rückwärtsgang und Signora Meloni die Feldküche mit dem Duft von Unesco-Weltkulturerbe?
Die Sache ist zu ernst zum Lachen.
Tatsache ist, dass Deutschland immer noch US-Besatzungsgebiet ist und von Russland nur geduldet wird. Deutschland hochgerüstet? Nie und nimmer. Doch ohne Deutschland kann es gar keine starke, großmachtfähige EU-Armee geben.
Zudem hat Deutschland alle Großmacht-relevanten Karten aus der Hand gegeben: Hat sich übernommen bei Asyl und Sozialstaat, die Geburten im freien Fall; seine Weigerung, russische Energie anzunehmen lässt die Wirtschaft kollabieren, seine Unterwürfigkeit gegenüber den USA in Sprache, Kultur und Geschäft erzeugt Abfluss von Kapital und Wissen; Deutschland lässt Franzosen und Italiener die eigenen Konzerne nach Belieben aufkaufen; tut und zahlt europapolitisch alles, um sich bei anderen beliebt zu machen unter Aufgabe der eigenen Interessen; hat bei sich zuhause die Demokratie per Brandmauer verstümmelt. Daraus kann niemals ein gesunder Stock wachsen.
Wenn es ein Symbolbild für Deutschland heute bräuchte, müsste Timmy der Wal hergenommen werden.
Wahrscheinlicher ist, dass Europa seine Industrie verscherbeln und das Museum der Welt sein wird. Autos und Maschinen kauft die Welt in China, Software in Indien, Öl und Weizen in Russland, Unterhaltung in den USA, Gold und Kupfer in Afrika. Nach Europa reist man.
Die Welt will Rom sehen und Venedig, Amsterdam und Paris, London, Prag, Wien und Heidelberg, will einmal im Leben deutsches Sauerkraut, französisches Baguette, neapolitanische Pizza oder schottischen Haggis essen, will die Nordlichter, die Fjorde sehen, und natürlich die Museen selbst, den Prado, Louvre, die Wiener Pinakothek, die bayerischen Ludwig-Schlösser, die Uffizien in Florenz, der Ziele ist kein Ende.
Europas Stärke liegt in seiner Einmaligkeit. Die kann ihm keine KI und keine China-Kopie nehmen. Und es ist ein Massenmarkt. Der mindestens ebenso klug und erfinderisch gehändelt werden muss wie eine Truppe. Und etwas bringt statt etwas kostet.