Tridentiner Staatsanwälte gegen Österreich.
Wieder hat sie zugeschlagen, die Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft von Trient. Honorige Südtiroler Landesbeamte und Alt-Bürgermeister wurden diese Woche in Handschellen abgeführt. Das hier ging also einen Tick radikaler als noch bei der Benko-Hager-Nummer. Damals hatten die Ankläger des Staates ein ganzes Dutzend von unbescholtenen Wirtschaftstreibenden in den Hausarrest verbannt. Grund: Geschäfte mit dem Österreicher Benko. Nach zwei Jahren und unendlichen Schäden für die Betroffenen ist von der Anklage der „mafiösen Vereinigung“ nichts mehr übrig. Es ist ziemlich klar, dass sich das ganze Manöver gegen die Tatsache richtete, dass Südtiroler vermehrt gute Geschäfte mit dem deutschen Norden machen und dass zusammenwächst, was zusammengehört.
Jetzt sind wir bei Akt Nummer zwei, selbe Stelle, selbe Masche, selber Grund. Mit modernster deutscher und östereichischer Technik hatte Südtirol begonnen, in seinen Fernheizkraftwerken Holzkohle zu gewinnen, sozusagen als ökologisches Nebenprodukt. Daraus machten die Trentiner Justiz-Berserker einen Mafia-Handel mit giftigen Aschen. Rechtsanwalt Stock aus Österreich musste die Öffentlichkeit über den korrekten technischen Sachverhalt informieren.
Damit gibt sich die Tridentiner Justizbehörde wieder als Abwehrschild gegen Österreich. Wahrscheinlich spukt dort noch der alte Ingrimm der „Italianissimi“ gegen „Austria“ herum, so frisch und lebendig wie zu Irredenta’s Zeiten. Damals waren es königlich-kaiserliche Behörden, die dem Abspaltungswillen der Welschtiroler und ihrem Honeymoon mit dem Königreich Italien entgegen traten. Nun läuft das Spiel umgekehrt. Beide Tirols waren vor den Kopf gestoßen, als sie diese Woche von der Verhaftung des Herrn Angelucci hörten, eines Beamten, der die Abfallwirtschaft in Südtirol gewissenhaft beaufsichtigt.
Und das nur Tage nach dem großen Trara der SVP zu der von Meloni gewährten Autonomie-Reform. Zu allem Überfluss meldet die „Dolomiten“ heute, dass Rom nun auch die Südtiroler Vereine und ihre Ehrenamtlichen „genau unter die Lupe“ nehmen will. Die Mafia ist eben überall. Die Lupe dauert sicher zehn Jahre und mehr, dann wird hin und wieder ein giftiges Sekret à la Trient ausgeschieden, welches das gesellschaftliche Klima korrodieren soll. Klingt alles sehr nach weltbester Autonomie, aber so gar nicht nach Respekt.