DIE SANITÄT GEHÖRT IN SÜDTIROLER HAND

20. September 2023

Im öffentlichen Gesundheitswesen zahlt Südtirol alles und bestimmt nur am Rande mit. Der Wille zur Eigenständigkeit ist erschlafft.

 

Der politisch aktive Dr. med. Andreas Tutzer, Primar im öffentlichen Südtiroler Gesundheitsdienst, schreibt, die «Sanität» in Südtirol werde erst dann funktionieren, wenn sie wirklich autonom ist – wenn sie also nicht mehr an das italienische System gekettet ist. Das ist genau der Standpunkt, den ich aus Erfahrung schon lange vertrete und nur unterstreichen kann. Dass Südtirol im Gesundheitswesen keine eigne Gesetzgebungshoheit hat, ist ein regelrechter Skandal, über den niemand sprechen mag.

Es ist so, das Südtirol seinen Gesundheitsdienst zu 100 % selber finanziert und im medizinischen Know-how eigenständig ist, gerade durch seine traditionelle und enge Anbindung an Österreich. Die materiellen und technischen Voraussetzungen für eine gut funktionierende Selbstverwaltung sind (noch) durchaus gegeben. Es fehlt allerdings am politischen Willen der Südtiroler Landesregierung, gegenüber Rom, die entsprechende Position klar zu machen. Und die Sanität ist kein Einzelfall. Wie Bär und Wolf zeigen, scheint die Landesregierung unter der Führung der SVP keinen großen Antrieb mehr zu haben, die Südtirol-Autonomie auszubauen und zu festigen.