Das Tagebuch des Johann A. Jordan.
Fortsetzung
16. August, Rochustag.
Heute ging eine Kurrende des Magistrates herum, welche Anordnungen über Beerdigungen und über sofortige Anzeige von Erkrankungsfällen enthielt. Heute gab es in der Stadt einige leichte und schwere Erkrankungen. Seit fünf Tagen brauchte die obere Apotheke allein 500 Signaturen. Dr. Huber erklärt durchaus alle Fälle bis auf jenen der Bäckendirn und bis auf einige in Algund nicht als Cholerafälle, sondern als bösartige Diarrhöe.
7 Uhr abends. Der Sohn des Dr. Gasteiger, ein absolvierter Mediziner ist heute nach wenigen Stunden, ganz unerwartet zu Hause an der wahren Cholera gestorben, während sein Vater, eine Schwester und ein Knecht schwer krank liegen. Heute starben in Mais zehn und in Algund vier Personen. In der Stadt liegen der Knecht und die Ladenjungfer beim Verdroß sehr krank darnieder. Sie haben wie viele andere den giftigen Friesel, der so leicht einwärts schlagt und zum sicheren Tode führt.
Fortsetzung folgt
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QUELLE
Das Seuchentagebuch von Joh. Anton Jordan wurde vom angesehenen Heimatkundler Richard Staffler einer breiteren Leserschaft zugeführt in dem Buch: Meran: hundert Jahre Kurort 1836 – 1936 ; Festschrift der alten Hauptstadt des Landes zum hundertjährigen Bestande als Kurort, hrsg. von Bruno Pokorny, 1936, Innsbruck Verlag Wagner. Der Aufsatz nennt sich „Das Cholerjahr 1836 im Burggrafenamte. Von Richard Staffler.“, Seiten 59-68. Das Manuskript „Die Cholera in Meran und Gegend im J. 1836“ mit der Bezeichnung ß 42/4 erliegt im Meraner städtischen Museum, notiert R. Staffler. Ermöglicht hat diesen Beitrag die Landesbibliothek Friedrich Tessmann mit der Digitalisierung ihres Bestandes, dafür herzlichen Dank.