CHOLERA AM 13./14. AUGUST 1836

Donnerstag 13. August 2026

Das Tagebuch des Johann A. Jordan.

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13. August.

In Mais starben drei Personen, in Marling eine, in Algund acht. Hier packte es den Schgörwirt, seinen Hausknecht und noch zwei, darunter eine Bäckerdirn beim Figlbäck, weil sie nach Algund gegangen war.

 

14. August Sonntag.

Die Geistlichen haben vollauf zu tun. Das gemeine Volk, auch andere laufen beichten und kirchfahrten nach Riffian und Lana, sodaß der provisorische Landrichter von Lana, um einer etwaigen Ansteckung vorzubeugen, diesen Zudrang verbieten wollte. Die Leute aber gaben zur Antwort, man solle das Beten und Beichten nicht verhindern. Der Richter drohte, einzuschreiten.

In Riffian wurde richtig der Oberwirt angesteckt, sodaß er jetzt liegt. Von Schönna hört man nichts, ebensowenig von Gargazzon, Burgstall und Partschins. In Mais nahm es sehr überhand. In Algund steht es ebenfalls schlecht. Dort gab es von gestern und heut Nacht vier Tote, im ganzen jetzt zehn, dazu viele Kranke.

 


Fortsetzung folgt

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QUELLE

Das Seuchentagebuch von Joh. Anton Jordan wurde vom angesehenen Heimatkundler Richard Staffler einer breiteren Leserschaft zugeführt in dem Buch: Meran: hundert Jahre Kurort 1836 – 1936 ; Festschrift der alten Hauptstadt des Landes zum hundertjährigen Bestande als Kurort, hrsg. von Bruno Pokorny, 1936, Innsbruck Verlag Wagner. Der Aufsatz nennt sich „Das Cholerjahr 1836 im Burggrafenamte. Von Richard Staffler.“, Seiten 59-68. Das Manuskript „Die Cholera in Meran und Gegend im J. 1836“ mit der Bezeichnung ß 42/4 erliegt im Meraner städtischen Museum, notiert R. Staffler. Ermöglicht hat diesen Beitrag die Landesbibliothek Friedrich Tessmann mit der Digitalisierung ihres Bestandes, dafür herzlichen Dank.