Viel heiße Antifa-Luft.
Jede Zeitung füllt das Sommerloch auf ihre Weise. Salto und die TZ haben das Personal, das sich trefflich auf die Jagd von Nazi-Gespenstern versteht. Die Opfer dieser Gespinste sind wieder einmal Jugendliche, die sich außerhalb von Birkenstock und Regenbogen ihren Freizeitspaß machen. So wie die Burschen vom Aktverein in Kaltern.
Haben sich der Todsünde schuldig gemacht, mit dem Landtagsabgeordneten, Haudegen und Agitprop-Künstler Wendel (Jürgen Wirth Anderlan) ein Foto gemacht zu haben, das alle in einer geselligen Weinrunde beim Weinbauer Jürgen zeigt. Mit Tiroler Adler, of course.
So was genügt, um in der politischen Inquisitions- und Betschwestern-Abteilung das blanke Grausen auszulösen. Kienzl auf Salto: „Was man vor gar nicht allzu langer Zeit für unsagbar hielt“. Franceschini auf TZ-Online: „tut sich eine Gedankenwelt auf, die zum Grauen ist.“ (Und der mokiert sich über schlechtes Deutsch bei Michael B.?). Dann fehlen da nicht die Sommer-Politiker, die sich mangels anderer Erfolge an den Skandalbuben und einem originellen Oppositionellen die Schuhe abputzen (Achammer, Künig, beide SVP).
In einer ausführlichen Pressemitteilung rückt der verfemte Landtagsabgeordnete aus Kaltern das schiefe Bild gerade. Er, Jürgen Wirth Anderlan, nehme den inszenierten Nazi-Skandal rund um das Treffen mit Jugendlichen aus dem Aktverein gelassen hin. „Ich halte nichts von Kontaktverboten und spreche mit jedem. Ich habe mich auch schon mehrfach mit jungen Südtirolern aus dem äußersten linken Lager getroffen und mit ihnen gesprochen. Auch das war nie ein Problem“, so der Kalterer Landtagsabgeordnete der Liste JWA.
„Das Treffen hatte keinen Netzwerkcharakter, so Wirth Anderlan. „Ich sprach mit den Jugendlichen über das Ausgehen, die Schule und Ausbildung, Arbeitsmöglichkeiten, aber auch über die Probleme der Jugend.“ Der Vorwurf, das „White-Power“-Zeichen verwendet zu haben, sei lächerlich. „Jeder Freizeit-Journalist weiß nach einer Minute Recherche, dass dieses Zeichen nur deshalb entstand, um Linke und Medien zu narren, die immer und überall ihren ‚Rechtsextremismus‘ wittern. Zudem ist es völlig legal.“
Wirth Anderlan war durchaus bewusst, dass lokale Medien bereits negativ über die Jugendlichen im „Aktverein“ berichtet hatten. „Im privaten Gespräch habe ich ihnen deshalb auch klar gesagt, dass Vandalismus, Gewalt und verbotene Symbole unser Land nicht weiterbringen.“ Stattdessen gäbe es genügend Möglichkeiten, seine Meinung friedlich und legal zu äußern. Gewalt und Zerstörungswut würden im Gegenteil nur dem politischen Gegner helfen. Wirth Anderlan betont, er habe den Eindruck, dass das Gespräch mit den Jugendlichen gefruchtet habe. Wirth Anderlan betont die Notwendigkeit einer offenen Debatte über tabuisierte Sachbereiche wie Migration und Brandmauerpolitik.
Die Schmieraktion
Umso vorsichtiger reagiert Wirth Anderlan mit großer auf die Schmieraktion in seinem Heimatdorf. In der Nacht auf Donnerstag, 13. August, sind in Kaltern Hauswände mit „Sieg Heil“, Hakenkreuzen und Schriftzügen beschmiert worden, signiert mit dem Namen des Aktvereins. „Die Gruppe hat sich jedoch sofort von den Taten distanziert, diese bei der Polizei angezeigt und eigenständig die Schmierereien entfernt.
Er habe den Eindruck, sagt der Kalterer Landtagsabgeordnete, dass der anonyme Antifa-Verein Meran zusammen mit den medialen Ghostbusters das Sommerloch füllt und ein rechtsextremes Bedrohungsszenario aufbaut, wo gar keines ist. Die Schmieraktion selbst könnte auf Leute zurückgehen, welche die Antifa-Kampagne ausnutzen, um den Jugendlichen im Aktverein eins auszuwischen.
Das Titelbild wurde zusammen mit der Pressemitteilung von JWA geliefert.