Die Gender-Anrede ist überholt

Freitag 17. November 2017

Die Doppelanrede männlich/weiblich ist künstlich und überholt, sagt eine junge Frau.

 

Die Doppelanrede männlich/weiblich ist eine künstliche Trennung, sagt eine junge Frau. Antonia Niecke (CDU) ist seit diesem Jahr (2017) Vorsitzende der Jungen Union Hamburg, berichtet die „Welt“ . Zum Gendern sagt Antonia: „Wir brauchen diese künstliche Trennung in der Sprache nicht mehr.“ Sie wolle nicht an ihrem Geschlecht gemessen werden. Da hat die nächste Generation von Frauen den Nagel auf den Kopf getroffen.

Zudem macht das Gendern die deutsche Sprache noch schwerfälliger als sie ohnehin schon ist. Und dann ist da noch etwas: Es scheint niemandem aufzufallen, aber die Gender-Doppelanrede (*en und *innen) ist nichts anderes als die Fortsetzung der guten alten, männlichen Höflichkeit. „Alte patriarchalische Höflichkeitsriten“ müssten die Feministen sagen.

„Mitglieder und Mitgliederinnen“ (ja, das hat eine Feministin tatsächlich einmal geschrieben) oder Besucher und Besucherinnen usw. folgen dem gleichen Raster, nach dem der Mann der Frau in den Mantel hilft, ihr die Tür öffnet, die Rechnung im Restaurant bezahlt oder charmant ‚Küss die Hand‘ sagt. Nicht umsonst sind es männliche Politiker, die diese künstliche Doppelansprache so gerne pflegen: Sie wissen, wie man Frauen schmeichelt.

So höflich und so achtsam die Extra-Anrede des weiblichen Geschlechts auch sein mag, so wenig passt sie zum feministischen Anspruch auf gleiche Rechte und gleiche Pflichten.