CALDEROLI, DER KELTE

Dienstag 3. November 2026

Eine Granate für Südtirol.

Für eine Zeitung, die sich so gerne in den Eingeweiden der Politik bewegt, ist die Etikettierung von Roberto Calderoli als „Römer“ bedenklich. Fragt TZ/Matthias Kofler zu Beginn des Eintrags „Garant für Südtirol“ rhetorisch: „Ein Römer für Südtirol?“

Staatsminister Roberto Calderoli (Lega) ist alles andere als ein Römer. Er ist Bergamaske. Gerade in politischer Hinsicht. Als Redakteur muss man so etwas einfach wissen. Sonst hätte ein Blick in die Wikipedia genügt.

Abgesehen davon, dass im übertragenen Sinn auch die SVP-Parlamentarier „Römer für Südtirol“ sind, ist die römische Zuordnung des Lega-Urgesteins Roberto Calderoli fast schon eine Beleidigung für den alten Sezessionisten mit der grünen Krawatte.

Der Kieferchirurg aus Bergem (Bergamo im Dialekt, bedeutet Bergheim) hat in erster Ehe nach keltischem Ritus geheiratet, liest man. Die Regionen Norditaliens nannte er „Nationen“. Es ist eines der zahlreichen Wunder Italiens, dass es geeichte Sezessionisten der Padania bis zum römischen Staatsminister bringen können. Genauso wie Rom Autonomien verabschiedet, die es danach meisterlich zu verwässern versteht.

Trotz allem ist Roberto Calderoli eine Granate für Südtirol, mehr als ein Garant für Südtirol. Also einer, der sich wirklich um Autonomie bemüht.

P.S.

Übrigens könnte der Nachname Calderoli ziemlich forsch als Kalterer übersetzt werden. Siehe dazu den Blog-Beitrag Etymo am Samstag Kaltern.