KOPFTUCHVERBOT

Mittwoch 23. September 2026

Läppisch.

Österreich hat es gerade erst eingeführt. Jetzt mandelt sich in Italien die Meloni groß auf. Jungen Frauen muslimischen Glaubens wird verboten, ihr traditionelles Kopftuch zu tragen.

Meloni hat General Vannaccis heißen Atem im Nacken und befürchtet einen kommenden Erdrutschsieg der extremen Rechtskonservativen zu ihren Lasten. Da muss sie natürlich aufs Gas treten, auch wenn das, was sie fordert, überstürzt und unreif ist. Hauptsache, dem Bluthund ein paar Fleischbrocken hinwerfen. In Österreich sind die Beweggründe der armseligen Stocker-Babler-Reisinger-Regierung die gleichen. Nur heißt der Jagdhund dort FPÖ.

Die traditionelle muslimische Frauenbekleidung muss als Sündenbock herhalten, um alle Verbrechen und Missetaten der muslimischen Einwanderer in Europa zu büßen. Das ist läppisch und widerspricht dem Geist Europas. Denkt an Lessing.

Es geht in der Sache ja nicht um die Ganzkörperverhüllung, die in Europa nichts zu suchen hat. Es geht um Kopftücher und lange, wallende Röcke, wie sie im Abendland auch Zuhause sind und lange waren. Am längsten bei frommen Priestern und Nonnen. Es geht dabei auch um das Bekenntnis zur eigenen religiösen und auch ethnischen Identität. Ein Grundsatz, der in Europa heilig sein sollte und von den Europäern selbst gelebt wird.

Man kann der Religion Mohammeds vieles vorwerfen. So wie auch anderen Religionen. Das ist nicht der Punkt.

Beim Kopftuchverbot geht es abseits der politischen Winkelzüge um Züchtigkeit. Für die meisten jungen Europäer ein Fremdwort. Die Muslime haben sie noch. Oder zumindest deren äußere Anzeichen.

Der Westen ist da ganz anders unterwegs. Wehe, einer sagt, Mini-Röcke seien ein Hinweis auf lockeren Umgang mit Sex, wie es Melonis Minister Tajani passierte. Da wird aus einer simplen Wahrheit eine verdammenswerte Frauenlästerung.


Das Titelbild ist ein Bekleidung-Werbefoto auf Amazon, dem amerikanischen Versandkaufhaus.