WORTE MACHEN MENSCHEN | EINORDNEN

Montag 24. August 2026

Woke Sprachmode mit Lust auf Macht.

Der SVP-Stauder möchte die Unterland-Krise einordnen, Berlin den Drohnenvorfall in Leipzig, die Wissenschaftler ordnen den Knochenfund in der Bletterbachschlucht ein (Trias), der BRD-Verfassungsschutz die Rechtsextremen. Wenn so viel von Einordnung die Rede ist, dann muss es wohl ziemlich chaotisch zugehen. Oder es regen sich Ansätze von Meinungsführung mit Anspruch von Alleindeutung. Was bedeuten würde, dass alles, was sich nicht einordnet, ausgestoßen und entfernt wird. Die Anzeichen sind da.

Früher dachte man bei Einordnung an Kompanie und Feldwebel oder Lehrer und Schulklassen, ans Sortieren bei Lebensmitteln, oder an Volksfeste mit schwarz gewandeten Ordnern, die heute Security heißen.

Das sind alles Anklänge auf unerwünschtes Abweichen, auf Unselbständigkeit, Unzulänglichkeit, Fehlerhaftigkeit. Die Tatsache, dass es sich das Verb „einordnen“ in der woken Sprache von 2026 so wohl fühlt, obwohl weit und breit kein preußischer Drill zu sehen ist, spricht unfreiwillig klar über die ungebrochene Lust, Macht über Menschen und Denken auszuüben rein um der Macht willen, und sei das Etikett der Gesellschaft noch so liberal.