DAS UNTERLAND GEHT NICHT UNTER

Freitag 21. August 2026

Die Schande der Filettierung.

Immer klarer zutage tritt die Schande der Filettierung des Senatswahlkreises Bozen-Unterland. Das ‚Versagen aus Gier‘ der SVP unter Dieter Steger, aber auch das Schweigen des SVP-Landeshauptmannes Arno Kompatscher wirken geradezu gespenstisch. Umso stärker wächst die Dankbarkeit und der Respekt gegenüber der SVP-Bezirksführung im Unterland und Überetsch für ihren Widerstand gegen diese Schande.

Endlich wieder Kampfgeist, endlich wieder eine sinnhafte Geschlossenheit gegenüber Kuhhandel und Übervorteilung. Volksprotest gegen die Hinterzimmerpolitik der Schwerverdiener in Parteizentralen. Dabei zeigt gerade die hinterfotzige Teilung des Senats-Wahlkreises im Unterland, dass die deutschen Abgeordneten zu Rom ihr Spitzengehalt kaum wert sind, titelt doch die TZ am 20. Aug. 26: „Sie haben gepennt.“

Wie die aktuelle Parteispitze der SVP samt ihrem LH aus diesem Schlamassel herauskommt, ist noch nicht ganz klar. Aber auch wenn das Unterland verliert und der SVP-Bezirksführung aus Protest geschlossen zurücktritt, wird es in der Bozner Brennerstraße (Sitz der SVP) kein „Weiter so“ geben können. Auch nicht im Palais Widmann (Sitz der SVP-Landesregierung).

Sieht man sich die von den Fratelli ausgeheckte und von der Steger-SVP geschluckte Neutrassierung des dritten Senatswahlkreises Bozen-Unterland an, dann wird das Auge an ein Filet erinnert. Ein schmales, langes Stück in der Mitte des Wahlkreises wird ausgeschnitten, um als das beste Stück denjenigen Italienern im Land vorbehalten zu bleiben, die sich eben nicht als Südtiroler verstehen, sondern die Italiener des „Alto Adige“ mit Siegesdenkmal und dem ganzen Rest sein wollen und in einer ganz anderen Realität leben als der, die der Minderheitenschutz und das Pariser Abkommen von 1946 im Auge hatte. Und die haben noch die Chuzpe, sich ihrerseits als „italienische Minderheit“ in Südtirol zu bezeichnen.

Diese Erznationalisten betreiben die Filettierung mit Assist der SVP. Das Neu-Design ist nicht nur ein Filet. Das ist auch ein Keil. Ein Keil, der mitten durch das Herz des Südtiroler Minderheitenschutzes getrieben wird. Also kämpft das Unterland nicht nur für sich, sondern für alle, denen das deutsche und ladinische Südtirol noch etwas bedeutet. Deshalb wird das Unterland auch nicht untergehen.

Anmerkung für Insider: Die Unterlandler werden jetzt wohl betreten auf die Zeit zurückschauen, als ihnen von der (linken) SVP eine Maria Elena Boschi aus Florenz als Spitzenkandidatin in ihrem Bezirk vorgesetzt wurde.