Es ist nicht das Wetter.
Über Europa brennt die Sonne. Unser Leben spendender Stern. So wie jeden Tag und zu jeder Jahreszeit. Nach kühlen Frühlingstagen ist endlich Sommer. Und heiß.
Millionen von Menschen genießen die heißen Tage am Meer, an Seen, in den Bergen. Die Büros, Kaufhäuser, Autos, Züge – sie alle haben Klimaanlagen und damit gekühlte, angenehme Temperaturen. Wer den alten Verhaltensregeln folgt, zieht sich in den Schatten zurück, vermeidet unnötige Anstrengung, verlagert Tätigkeiten in den frühen Morgen.
Wer aber Zeitungen liest und fernsieht, der hat den Eindruck, die ganze Welt brennt und wir steuern stracks auf eine alles Leben tötende Klimahölle zu. Die schreibende Zunft und ihre „Experten“ überbieten sich dabei in reißerischen Schlagworten.
Offensichtlich liebt die Masse der Mediennutzer die von Hollywood anerzogenen Sturzflüge der Gefühle aus den Kinofilmen des Katastrophen- und Weltuntergangs-Genres; und kann nicht mehr ohne.
Wer in all der Aufregung einen kühlen Kopf bewahren will, sollte in diesen heißen Tagen nicht nur ausreichend Wasser zu sich nehmen und wenn‘s geht „a Rua“ geben, sondern sich auch die messbaren Tatsachen zu Gemüte führen.
So etwa hat der in Italien berühmte Wetterwisscnschafter Franco Battaglia am Flughafen Linate keine besonderen Ausreißer festgestellt. Die Juni-Temperaturen und die Anzahl der heißen Tage bewegen sich im Mittel (Quelle: ‚La Verità‘, mit Grafiken).
Was die in den Medien gehandelten Hitzespitzen angeht, verweist der kühle Kopf auf die menschengemachten Hitzequellen, die ganz unabhängig vom sonstigen Klimageschehen des Planeten Luft und Boden aufheizen.
Ein Ort wie die Industriezone Bozen, topografisch in einer Caldera gelegen, mit Betonbauten, Metalldächern, Klima-Aggregaten (machen auch Wärme), aufgeheizten Asphaltflächen, Null Baum, aber Zehntausende von stehenden und fahrenden Blechbüchsen (Autos) – jedes einzelne ein Wärmekraftwerk – solche „Zonen“ haben gewiss andere Hitzen als ein Pragser Wildsee.
Journalisten wie Meteorologen sitzen nicht an lauschigen Plätzchen im luftgekühlten Schatten von Seen und Bäumen, sondern eben inmitten der künstlich geschaffenen Brutöfen aus Eisenbeton. Ähnlich die Messstationen – auch sie liegen europaweit in oder nahe an industriestädtischen Ballungen.
Wem das noch nicht kreislaufsenkend genug ist, der sei auf die segensreiche Einrichtung der Tiroler Bauern-Kalender verwiesen, die von den wirklich bizarren Wetterkapriolen und Hitze-Extremen aus längst vergangenen Jahrhunderten berichten. Wir haben alles überstanden. Die Natur sowieso, Pflanzen sind Überlebensweltmeister.
Nur eines sollten wir nicht tun: den auf Karriere und Eitelkeit gebürsteten Experten und den Lautsprechern am Marktplatz das Denken und Reden über Wetter und Klima, Hitze und Kälte überlassen. Wozu hat uns wohl Gott fünf wunderbare Sinne und einen Verstand geschenkt?
N.B.
Die alle sogar bei 41° C tadellos funktionieren. Und: Dass so viele Leute ihren Verstand gar nicht abholen wollen oder ihn vorzeitig zurückgeben, das scheint den göttlichen Weltenschöpfer nicht weiter zu stören.