Ausweglosigkeit in Sieg verwandeln.
US-Präsident Donald J. Trump hat gelernt. Die Bergfestung Iran mit Flugzeugen, Raketen und Bomben niederzwingen, geht nicht. Kindisch die Vorstellung, dass auf diese Weise ein Regierungswechsel stattfinden sollte.
Dann die große Überraschung. Der Angriff der Amerikaner und Israelis am 28. Februar 2026 beginnt mit einem Kriegsverbrechen: Drei US-Tomahawks vernichten eine Mädchenschule weit ab von strategischen Zielen. Die 168 iranischen Kinder können nur mehr mittels DNA-Proben identifiziert werden. Der israelische Hauptschlag in Teheran tötet den obersten religiösen Führer des Landes, der sich bewusst zum Regierungssitz, dem Zielort, begeben hatte, anstatt zu fliehen. Die Schia hat nun viele kleine und einen großen Märtyrer dazu gewonnen.
Während Trump schon auf Sieg trompetet, die nächste Überraschung. Der Iran dreht die Feuerorgel auf. Aus den Bergfestungen schießen Tausende Raketen und Drohnen, die von der US-Propaganda als zerstört galten, und überziehen das US-dominierte Arabien und Israel mit vernichtenden Schlägen. Dubai und Kuwait KO. Plötzlich ist Schluss mit freiem Flugverkehr. Mehr noch: die Ölversorgung der ganzen Welt in Gefahr. Die Preise explodieren. Am Gasoline-Preis hängt auch die Macht des US-Präsidenten.
Mit genialen Lego-Memes im Netz gewinnt der Iran auch noch die ideologische und psychologische Kriegsführung gegen seine Aggressoren. In den Medien ist immer öfter die Meerenge von Hormus zu sehen. Dort muss alles Öl durch. Doch iranische Drohnen, Raketen und Schnellboote kontrollieren den Verkehr. Die riesigen Flugzeugträger der Amerikaner können nichts ausrichten. Sie wirken wie Dinosaurier, deren Zeit abgelaufen ist. Die Meeresenge von Hormus wird von einer Landspitze gebildet. Sie ist der sichtbare Stachel im Fleisch des Westens. Trump hat sich in die Ausweglosigkeit manövriert.
Aber nun kommt das Südtirol-Moment.
Die Welt staunt nicht schlecht, als Donald J. Trump dem Iran nach sinnlosen Zerstörungsphantasien endlich einen „Deal“ vorschlägt. Es soll nicht mehr Raketen regnen, sondern Geld. Amerika will dem Iran die eingefrorenen Guthaben zurückgeben. Will die Sanktionen gegen den Iran aufheben. Will 300 Milliarden Dollar (!) in Entwicklungszusammenarbeit investieren.
Auf Vermittlung Pakistans wird in Frankreich am 17./18. Juni 2026 das betreffende Memorandum für den Frieden von Präsident Trump (in Versailles) und Irans Präsident Massud Pescheskian (digital in Teheran) unterzeichnet.
Nicht, dass damit alles in trockenen Tüchern ist, aber die Aussichten sind vielversprechend. Geld bringt Handel und Wandel. Mit wem soll man zusammenarbeiten, wenn nicht mit dem, der etwas hat, was einem selber fehlt? Kooperation statt Isolation.
Wir erinnern uns nur zu gut an die 1960er Jahre in Südtirol. Damals waren wir ein kleiner Iran. Berge, Eigensinn und Wasserkraft. Leider war unsere Schutzmacht Österreich nicht so mächtig wie Irans Schutzmächte Russland und China heute. Unsere Notwehr gegen den Untergang erfolgte mit Anschlägen auf Strommasten. Die harte, grausame militärische Reaktion Italiens führte an den Rand eines Guerilla-Krieges. Erst durch die Entspannungspolitik der Regierung Aldo Moro wurde die Südtirol-Krise dauerhaft gelöst.
Das 1972 geschlossene Abkommen (2. Autonomie-Statut) bestimmte, dass 90 % der in Südtirol eingenommenen Steuern der Landesverwaltung zugutekommen. Andere Regionen wie die Lombardei durften nur 60% für sich ausgeben. Dieses Extra-Geld (immer das eigene, nichts Fremdes) ermöglichte die Glanzzeit von Luis Durnwalder. Geld statt Krieg: Das war Pflaster auf die Wunden, das schuf Verständigung und Frieden.
Iran oder Südtirol: So können am Ende beide Seiten sagen: Wir haben gewonnen.