Presse und Vertrauen gehen nicht mehr zusammen.
Gäbe es das Internet nicht, wäre ich heute mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit nicht mehr am Leben. Hätte ich 2020/20121 nur die „Dolomiten“ gehabt und nur das geglaubt, was die Berufsjournalisten über Covid und Lockdown erzählte, dann könnte ich durchaus zu jenen Bedauernswerten gehören, die nach der Verabreichung des mRNA-Stoffes gegen Covid plötzlich und unerwartet am Morgen tot in ihrem Bett lagen, oder zu jenen, die in der Pizzeria oder im Laden auf einmal tot umgefallen sind.
Diese drastische Eröffnung ist notwendig, weil im heutigen Kommentar der „Dolomiten“ (Klaus Innerhofer, Seite 14) behauptet wird, die Zeitungen und andere herkömmliche Medien würden im Unterschied zu den sogenannten sozialen Medien im Internet verbürgte Inhalte bringen und damit eine gewisse Garantie für Wahrheit bieten.
Das ist eine arge Verdrehung der Dinge. Das Internet gibt es seit 40 Jahren. Es auf die sozialen Medien zu reduzieren, wie Innerhofer das tut, gebührt einem, der sich von Berufswegen mit Information beschäftigt, nicht.
Ich jedenfalls werde nicht alle Zeitungen in einen Topf werfen. In der Corona-Zeit haben die meisten Medien die Verlautbarungen und Irrtümer der Regierungen, Behörden Pharma-Konzerne und Virologen als unumstößliche Wahrheit verkündet und Zweifler regelrecht verspottet (ja, auch der Innerhofer). Die traditionelle Presse hat unendliche Schäden angerichtet. Doch es hat auch Zeitungen gegeben, die das bessere Gespür für Wahrheit hatten, und die das vorhandene, durchs Internet gewanderte Wissen schonungsloser aufs Papier gebracht haben, zum Beispiel die italienische „La Verità“.
Die Trennlinie zwischen Wahrheit und Irrtum verläuft nicht entlang von Papier und Elektronen, sie verläuft entlang von Einstellung, Wissen, Erfahrung und dem Willen zur Redlichkeit auch dann, wenn es ungemütlich ist, oder wenn, wie im Fall von Covid, große Schweinereien zugedeckt werden sollen, die nur mit Mut zum empirischen Wissen und Widerspruch gegen all die Mitläufer und naiv Gläubigen aufgedeckt werden können.
Nicht, dass alle diese Tugenden bei den herkömmlichen Medien fehlen, aber die herkömmlichen Medien sind hochgradig kostenintensiv. Auf ihnen lastet ein unendlicher Druck der Refinanzierung, und dieser Druck bewirkt, dass sich die Medien nicht frei genug verhalten können, weil potente Werbekunden und Geldgeber aus Politik letztlich für die Löhne und Gehälter der Verlage und Sender sorgen.
Zuletzt noch eine kulturhistorische Anmerkung: als vor 500 Jahren Martin Luther dazu aufrief, die Bibel selber zu lesen und Gott bei sich zu suchen, war die exklusive Vermittlungsrolle der Priester für alle Zeit in Frage gestellt. Ähnlich heute: Der mündige Bürger schätzt guten Journalismus, aber auf die exklusive Vermittlung von Berufsjournalisten ist er nicht mehr angewiesen, um (dank Internet und mit etwas Mühe) an die Früchte der Wahrheit zu kommen.