Folge 3: Die Eigenart der Kelten
Nach dem Auslassen zweier Samstage (25. April und 9. Mai wegen Nationalfeiertagen) gibt es jetzt die dritte Folge der phantastischen Geschichte der Kelten. Wir gehen dem Rätsel ihrer Unsichtbarkeit nach.
Die Kelten sind ein Paradoxon. Trotz ihrer schnellen und großflächigen Ausbreitung in Europa sind sie ein scheues, ja fliehendes Volk. Überall scheinen sie untergegangen zu sein als sichtbares Volk. Haben sich aufgelöst in Franzosen, Italiener, Spanier und Österreicher.
Wie geht das zusammen? Der Schlüssel ist die innere Verfassung von Leuten, die in den Bergen als Erzsucher unterwegs sind, als Metallschmiede Meister sind und ein ökologisches Verständnis von Natur haben, das erst im 20. Jahrhundert wieder zu Leben zieht.
Ihr Wissen um Bergbau und Verhüttung sowie ihre Schmiedekunst machten die Kelten einerseits gesucht und willkommen geheißen, andererseits waren sie immer wieder gefährdet vom Neid der Nachbarn.
Beides führte sie in die Weite. Beides begünstigte eher die Tugend der Anpassung als die kriegerische Expansion – Verteidigung und Keltenwälle sind da kein Widerspruch.
Die Eigenart der Kelten bedeutet Zähigkeit, Kunstfertigkeit, Klugheit, Entdeckungslust, Friedfertigkeit und Anpassungsfähigkeit. Bis zu dem Punkt, sich in einer Mehrheitskultur zu „verlieren“.
Das wichtigste Merkmal der Kelten und warum sie im Lauf der Geschichte sozusagen unsichtbar wurden, das ist ihre bewusste Schriftlosigkeit.
Mehr darüber in der nächsten Folge.
Nächste Folge von ETYMO AM SAMSTAG: Die phantastische Geschichte der Kelten. Folge 4: Keine Schrift.