Bitte keinen Aufzug zum Kloster Säben.
Die Oberhand behalten werden wahrscheinlich und leider jene, die von Erschließung und Erneuerung sprechen, von Frequenz für Klausen, von Erreichbarkeit für Senioren, usw. Nicht abgeneigt sein dürften die Klosterherren, die das heilige Gemäuer ohne geistliche Insassen führen und Kosten haben.
Es geht um den Bau eines Mega-Fahrstuhls, Aufzugs, Lift, mit der geleckten Aufschrift SABIONA, hinauf auf den Heiligen Berg Tirols. So nennt man das altehrwürdige, stolz auf einem Felskamm thronende, ehemalige Frauenkloster Säben, den Ursprung des Bistums Brixen, ein Kleinod, das weit über tausend Jahre autark bewirtschaftet wurde. Säben ist uraltes Heiligtum und Wallfahrtsort, eine der schönsten Pilgerstätten unseres Landes. Erst vor Kurzem wurde es von einem Wiener Orden übernommen. Pater Kosmas wurde zur Wiederbelebung abgestellt.
Über einen Kreuzweg ist der Wallfahrtsort erreichbar, nicht mühelos, er erfordert ein kleines Opfer, so wie es für Pilger angemessen ist und für echte Pilger mit zum geistlichen Erlebnis gehört.
Doch unten in Stadt und Land hat man andere Erlebnisse im Sinn. Die Firma, die den Aufzug und Zugangsstollen plant, spricht bereits von “Besuchererlebnis” und “musealer Einführung”.
Also geht es nicht darum, gebrechlichen und älteren Pilgern eine Aufstiegshilfe aus sprudelnden öffentlichen Mitteln zu schenken, sondern es geht um die Vermarktung des heiligen Berges.
Die “Dolomiten” informiert ausführlich und ausgewogen über den gut besuchten Info-Abend in Klausen in der Ausgabe vom 9./10. Mai 2026 auf der Eisacktal-Seite 31.
Kritische Stimmen warnen vor dem Verlust von Aura. Andere gelüstet das Vorhaben. Bischof Ivo Muser ist gegen ein “Nichtstun” und verschanzt sich hinter hohen Versprechen. Der Landesvater am Geldhebel sagt, er wolle eine Entscheidung mit breiter Akzeptanz treffen.
Ebenfalls in der „Dolomiten“, am Montag, den 11. Mai 2026, berichtet das Blatt über die Jahresversammlung des Alpenvereins Südtirol AVS und die Zukunft des Alpinismus. Die AVS-Leute haben eine interessante Formel:
“Ausgehend von der übereinstimmenden Definition, dass Alpinismus etwas mit Freiheit zu tun hat, damit, irgendwo zu sein, wo sonst niemand hinkommt, wurde die Rolle des Alpinismus im Alpenverein diskutiert. Einigkeit herrschte darüber, dass weniger mehr ist – und das in Zukunft immer mehr.”
(Dolomiten wie zitiert, Meine Hervorhebungen)
Ich rate den Erschließern des heiligen Berges Säben, sich diese Erkenntnis der Bergfreunde zu Herzen zu nehmen und den Aufzug nicht zu bauen. Wir wissen alle, was der Alpinismus für Südtirol gebracht hat und bringt.
Es ist das Exklusive, das anzieht, nicht der Jahrmarkt auf jedem Berg und Gipfel.
Das Titelbild ist von Matthias Süssen 2017 aus Wikipedia, mit Dank.