Eine unvermutete Steilvorlage rettet Italien – wieder einmal.
Einen Spitzen-Artikel hat er wieder geliefert, der Marco F. Gallina auf CORRIGENDA – diesmal zur Geschichte um Meloni, Trump und Papst Leo.
Darin zeichnet der intellektuelle Katholik und Deutsch-Italiener Marco Gallina die Schritte des Zerwürfnisses zwischen Präsident Trump und Italiens Regierungschef Giorgia Meloni nach, genau, kompetent und durchaus mit einer Deutung, der kaum zu widersprechen ist.
Mit kleinen Ergänzungen. Hier geht es nicht nur um die Verteidigung des Papstes von katholischer Seite.
Das Papsttum wird in Italien mittlerweile ja als integraler Bestandteil der eigenen nationalen Pracht und des eigenen Selbstverständnisses gesehen: Das war nicht immer so.
Dann geht es darum – bös, aber wahr gesagt – dass Italien immer weiß, wann die Seiten zu wechseln sind, wenn herzlich bejubelte Sieger-Freunde plötzlich zu Verlierern der Geschichte werden.
Und schliesslich hat Meloni begriffen, dass seit Gaza das traditionelle Israel-Mantra nicht mehr spielt. Im Justiz-Referendum hat ihr das Volk zu verstehen gegeben, wie es über die Allianz mit Trump und Netanjahu denkt.
Gegen Gallinas Ansatz der Kontinuität ist zu betonen, dass Papst Leos Friedensappell und die Gaga-Sager von The Donald der Meloni völlig unvermutet zu Pass gekommen sind, um in der Gunst der Italiener wieder ganz obenauf zu schwimmen. Aber Steilpässe muss man auch erkennen und verwandeln, insofern tut das dem Lob keinen Abbruch.
Genügen tut das noch nicht. Um Premier (und sie selbst) bleiben und die Republik reformieren zu können, muss Giorgia Meloni diesen neuen, kritisch-mutigen Kurs endlich auch gegenüber Brüssel und Kiew einschlagen.