ETYMO AM SAMSTAG | DIE PHANTASTISCHE GESCHICHTE DER KELTEN

Samstag 18. April 2026

Folge 2: Die Indogermanen kommen

Die zweite Epoche der Einwanderung in das nunmehr (-6000) klimatisch äußerst begünstigte Europa erfolgt durch die sogenannten «indogermanischen» Völker. Ihre Stoßkraft scheint sie aus den kalten Steppen und Wäldern des kontinentalen eurasischen Raums geholt zu haben. In amerikanischen Ausweispapieren werden Weiße immer noch als «kaukasisch» bezeichnet, nur um zu sagen. Im Kulturbogen Griechenland-Anatolien frischen diese «nordischen» Einwanderer die mediterranen Kulturen auf. Daraus erwächst die unvergleichliche hellenische Kultur.

Das Schwarze Meer als Schmelztiegel

Zu einem besonderen Schmelztiegel der Rassen und Kulturen werden die Ränder des Pontischen Meeres (heute Schwarzes Meer). In diesem Umfeld müssen wir, wenn nicht schon die Ursprünge, so doch die  Heranbildung der Kultur der Kelten suchen. Neben den archäologischen Funden (welche die Geschichte immer wieder umschreiben) sind es die Sprachen, die uns von Ursprüngen, Bewegungen und Altersschichten der Besiedlung Europas erzählen. Und hier nehmen die indogermanisch sprechenden Kelten einen Platz ersten Ranges ein.

Expansion durch Bergbau und Wasser-Autobahnen

Flüsse so groß wie Autobahnen werden der Königsweg dieser Kelten nach West-Europa sein. Die Donau, eine mächtige «Autobahn», führt vom Herzstück der antiken Welt direkt nach Mitteleuropa. Von hier aus ist der Rhein die Autobahn in den Nordwesten. Die Wolga und die Elbe sind die Autobahnen in den hohen Norden Europas.

Der Kelten bevorzugter Verkehrslauf ist die Donau. Nachdem sie im Karpatenbogen die Kunst der Erzgewinnung und Verhüttung gelernt hatten, trieb es die Kelten immer weiter die Donau flußaufwärts nach Westen, wo man von einem mächtigen Gebirge gehört hatte, einem El Dorado der Erzgewinnung.

Der Bergbau und die Schmiedekunst sind die Triebfedern der keltischen Expansion. In Wien, am Scheitelpunkt der Alpen, trennen sich die Wege. Die ersten und sozusagen schnelleren Keltenvölker kommen über Donau und Inn an die Nordseite der Alpen und gründen Niederlassungen (Hallstadt-Kultur). Andere wiederum gelangen über Kärnten und Friaul an die Südseite der Alpen. Es sind die „langsameren“ und späteren, da sie nicht von Fluss-Autobahnen unterstützt werden. Die Keltenvölker im nördlichen Voralpenland strömen (wortwörtlich!) dann weiter über den Rhein nach Frankreich («Gallien»). Die «Autobahn» Rhone weist ihnen den Weg nach Süden.

Inbesitznahme der Gebirge 

Die Kelten machen sozusagen eine Alpenumrundung per Fluss/Strom. Aber nicht, um dem Gebirge auszustellen, sondern um es von allen Seiten her in Besitz zu nehmen. Vom Westrand der Alpen aus wenden sich die bergbauenden Kelten den erzreichen Pyrenäen zu und breiten sich weiter südlich ins heutige Spanien aus («Iberokelten»). Als «Flusskelten» gelangen sie über Fluss-Autobahnen (Rhone, Saône, Seine, usw.) , schließlich in die Bretagne und Normandie und von dor weiter auf die britischen Inseln («Gaelic»).


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