ETYMO AM SAMSTAG | DIE IRISCHEN HEILIGEN DER ALPEN

Samstag 28. März 2026

Keltische Heilige bekehren Mitteleuropa. Irische Mission, Teil 2.

Die irische Mission ist Kronzeuge für das „keltische Substrat Europas“ (Pater Sebastian Heinz, 1895). Eigentlich haben irisch-keltische Wandermönche dieses Europa erschaffen. Ein Protagonist ist der irisch-stämmige (heilige) Korbinian, als Bischof ein großer Gestalter Bayerns, der in Kuens bei Meran seine Wahlheimat hatte. Mit ihm und vor ihm haben irische Heilige maßgeblich gewirkt.

In dieser Folge von Etymo am Samstag wollen wir einige der Protagonisten kennen lernen. Den wirkmächtigen Wynfreth, genannt Bonifaz, berühmt geworden als „Apostel der Deutschen“, den vergessen wir nicht, sparen ihn aber aus, weil kein Kelte/Ire. Auch bei ihm wieder die Formel Homöopathie: Der germanische Angelsachse wurde zu den Germanen Germaniens geschickt. Die keltischen Iren hingegen bevorzugten ihresgleichen im Frankenreich und in Mitteleuropa. Hier die keltischen Bekehrer, die für den erweiterten Alpenraum wichtig sind (Quelle: deutsche Wikipedia).

Columban voran

(Heiliger) Kolumban (der Jüngere, * ca. 540 Irland; † 615 in Bobbio, Provinz Piacenza, Italien), irischer Wandermönch, startet die Missionsbewegung auf dem europäischen Festland. Die Christianisierung der römisch geprägten Kelten auf der Alpennordseite ist sein Erfolg. Kolumbans Sterbeort Bobbio belegt, dass er als Kelte auch bei den Kelten der Po-Ebene tätig war und Erfolg hatte. Wieder das homöopathische Element ‚Kelte zu Kelten‘. Indirekt auch von der Forschung anerkannt. Schreibt Wikipedia: „Bemerkenswert dabei ist, dass sich sein Erfolg wesentlich auf die von seiner irischen Heimat geprägte iro-schottische Form des Christentums stützte. Sie war im Gegensatz zum römischen Kirchenmodell deutlich weniger hierarchisch und legte großen Wert auf die persönliche Beziehung.“ Anders gesagt, die persönliche Beziehung funktionierte, weil sie keltisch und als solche annehmbar war für alle Alpenkelten vom Bodensee bis Hallstatt und von Augsburg bis Verona oder Bobbio.

Columbans Schüler Gallus und Kilian

Kolumbans Schüler war Gallus, was Kelte bedeutet (* um 550 in Irland, † 640 in Arbon, Schweiz). Er gründete St. Gallen. Nach ihm Kilian. Der heilige Kilian (* um 640 Irland) ist der Legende nach als Märtyrer 689 in Würzburg gestorben, zusammen mit seinen Wegbegleitern Kolonat und Totnan. Kilian wird als Frankenapostel verehrt.

Jetzt kommt Feirgil (Virgil)

Virgil von Salzburg (* um 700 in Irland; † 784 in Salzburg) ist ein bedeutender Gelehrter des Frühmittelalters, Bischof von Salzburg und Abt des Klosters Sankt Peter. Virgil stammte aus einer irischen adligen Familie, hieß dort Feirgil von Aghaboe. Mit zwei Gefährten kam er 743 als Missionar zum fränkischen Hausmeier Pippin III., der ihn 745 zu Herzog Odilo und seinen Bajuwaren schickte. Feirgils Schwester Eireann (Erin = Irland) kam ebenfalls nach Salzburg. Als Erintrud leitete sie dort ein Kloster.

Korbinian wird Südtiroler

Der heilige Korbinian (* um 680 südlich von Paris; † um 730 in Freising), war der erste Bischof von Freising. Eremit und Pilger, bricht der Sohn einer Irin und eines Franken im Jahr 71o zur Pilgerreise nach Rom auf und gründet auf dem Weg dahin in Kuens bei Meran ein Kloster.

Kloster, nur als Anmerkung, das war die zeitgenössische Bezeichnung für das, was man in der Römerzeit eine Villa nannte, ein Landhaus. Jetzt aber geschlossen („claustrum“), den wilden Zeiten entsprechend.

Auf Wunsch des Herzogs Grimoald von Bayern ließ er sich um das Jahr 720 bei Freising nieder, das durch Korbinians apostolisches Wirken später zu einem bedeutenden geistlichen Zentrum im deutschen Süden heranreifte (Benediktinerabtei Weihenstephan). Nach einem Streit mit dem Herzog zog sich Korbinian nach Kuens zurück und wirkte einige Jahre in Südtirol. Unter Herzog Hugbert durfte Korbinian die unterbrochene Tätigkeit in Freising wieder fortsetzen.

Als Korbinian starb, ließ der Herzog den Sarg nach Meran (Mais) überführen, so wie sich das der Heilige gewünscht hatte.


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