SCHÜTZEN: „OVERTOURISM UND WIR“

Dienstag 24. März 2026

Das Pustertal ist überlastet.

OLANG – Dauer-Stau auf Pustertaler Straße, fehlender Wohnraum und Minderung der Lebensqualität, darüber redete Olang auf Einladung der Pustertaler Schützen am Freitag 20. März 2026. Mit rund 350 Versammelten war das Kongresshaus von Olang bis auf den letzten Platz gefüllt.

Es geht um Verkehrs- und Tourismusdichte im Pustertal sowie deren Auswirkungen auf Lebensqualität, Infrastruktur und Wohnraum. Am Podium sprechen Politik und Verbände (Nennungen zum Bild weiter unten). Die Versammlung bringt sich mit zahlreichen Wortmeldungen ein.

Die Pustertaler Schützen fassen in ihrer Aussendung zum gelungenen Diskussionsabend das Ergebnis so zusammen:

„Es besteht Einigkeit darüber, dass der Verkehr im Pustertal an seine Grenze stößt.“ Staus und Zeitverluste seien längst die Regel. Die Verkehrsbelastung sei Teil eines größeren Gesamtbildes: „Fehlender Wohnraum, zunehmende Zweitwohnungen und der steigende Druck auf Dörfer und Infrastruktur belasten das Tal zusätzlich. Immer drängender stellt sich die Frage, wie viel Belastung das Pustertal überhaupt noch verkraften kann“.

Wo bleiben die Lösungen?

Die Veranstaltung der Pusterer Schützen in Ehren. Es ist gewiss eine Leistung, das vorherrschende Bewusstsein zu einem komplexen Tatbestand aufzuzeigen und festzumachen. Aber wenn am Ende des Abends nicht mehr als die bange Ungewissheit herrscht, wie lange das Pustertal das alles wohl noch verkraften kann, dann hat Leser nicht gerade den Eindruck, dass am Podium politisch hochkarätig Verantwortliche und Vertreter mächtiger Verbände geredet haben, wie das der Fall war, denn dazu fehlt im Bericht der leiseste Ansatz eines Lösungsvorschlages. Lösungen aufzuzeigen ist aber die Pflicht jener, die in einer so großen Versammlung auf dem erhöhten Podium Platz nehmen dürfen und das erste Wort haben.

Astrid Tötsch hilft aus

Die Redakteurin der TZ Astrid Tötsch ist am Abend dabei gewesen und hat in ihrer Zeitung einen ausführlichen Bericht gebracht. Dem ist zu entnehmen, dass es sehr wohl Lösungsvorschläge gegeben hat. Die Lösungsvorschläge von Regierungsmitglied Alfreider (SVP) bringt Astrid Tötsch wie folgt:

„Wir brauchen jetzt Lösungen, nicht in 30 Jahren“, so Alfreider. Deshalb setze man auf Umfahrungen und Kreisverkehre. Gleichzeitig müsse die Bahn das Rückgrat der Mobilität im Pustertal werden. Mit europäischen und staatlichen Geldern seien zahlreiche Projekte angestoßen worden – von der Riggertalschleife bis zur Umfahrung von Percha. „Das hätten wir viel früher tun sollen. Wir waren zu spät dran.“

Die alte grüne Leier

SVP-Landesrat Alfreider vertritt also genau jene grüne Politik, die zur heutigen Maximalbelastung geführt hat. Ein unbrauchbares Konzept. [dekas.blog HIER und HIER]. Noch abenteuerlicher als der Berufspolitiker ist eine unbenannte Stimme aus der Versammlung unterwegs:

„Eine Idee: ein großer Parkplatz in Franzensfeste, von dem aus Touristen verpflichtet werden, mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins Pustertal weiterzureisen.“

(Dank für die Zitate an Astrid Tötsch.)

Es scheint ganz so, als ob die Schützen weiter an der Sache dranbleiben müssen und harte Bretter zu bohren haben, wenn sie außer der Feststellung des Missstandes („Einigkeit darüber“) auch noch effiziente und zukunftsfitte Lösungen für die Überlastung des Pustertaler herausgearbeitet haben wollen.

Im Gruppenbild die Redner vom Podium: (v.l.) SSB‑Landeskommandant Christoph Schmid, Moderator Alfred E. Mair, Landtagsabgeordneter Sven Knoll (STF), HGV‑Vizepräsidentin Judith Rainer, HPV‑Obfrau Claudia Plaikner, ASGB‑Fachsekretär Klaus Schier, Landesrat Daniel Alfreider (SVP). Als Veranstalter: SSB-Bezirksmajor Thomas Innerhofer.

Pressemitteilung und alle Fotos von Lt. Patrick Brugger, Medienreferent im Schützenbezirk Pustertal. Mit Dank.