TAGBLATT DER SÜDTIROLER LANDESRÄTE

Mittwoch 18. März 2026

Der Qualitätsjournalismus und seine getarnten Werbeseiten.

Jetzt ist auch der Bianchi mit im Boot. Nach Messner, Alfreider, Brunner, Pamer… Täglich werden die Leser der „Dolomiten“ mit den Segnungen dieser oder jener Landesräte beglückt. Die „Dolomiten“ sollte vielleicht langsam überlegen, ihren Untertitel „Tagblatt der Südtiroler“ der Realität anzupassen, nämlich „Tagblatt der Südtiroler Landesregierung“ oder „Tagblatt der Südtiroler Landesräte“.

Der ganzseitige „Bericht“ mit Landesrat Bianchi (im Bild unten) riecht gewaltig nach bestellt und bezahlt.

 

  • Zeitungswerbung auf Rechnung der Landesregierung geht ja auch in Ordnung, wenn als solche ausgewiesen.
  • Das Ärgerliche ist die als redaktioneller Inhalt getarnte Werbung. Vom Kunden bestellte Inhalte, die genau so aussehen wie recherchierte Eigenproduktionen.
  • Im „Tagblatt der Südtiroler“ laufen offensichtlich ganze Werbepakete der Ressorts (Jahresverträge?) in allen möglichen redaktionellen Kleidern.
  • Es ist nicht so, dass die gestellten „Contents“ nicht auch nützliche Information enthielten, doch Zweck ist der Werbeeffekt für den jeweiligen Amtsinhaber.
  • Der normale Leser schluckt das alles als normale Information, nur für Kundige ist die unlautere Werbung offensichtlich.
  • Politisch gesehen fast schon eine Vorstufe zum Stimmenkauf. Oder Eigenwerbung auf Steuerzahlers Kosten. Wie’s beliebt.

Dabei hatte sich Chefredakteur Pichler Rolle so bemüht, den schweren, verantwortungsvollen Gang der gedruckten Qualitätsmedien und ihrer Journalisten vor der Schwemme der digitalen Konkurrenz zu unterstreichen.