DAS A&O AUF SYTIROLISH

11. März 2026

Du Affe! Wie schreibt man das auf sytirolish: Du Aff!? Du Off!? Du Åff!?

„Ein Laut, der zwischen a und o klingt“, heißt es kurz und treffend in einem der ersten Glossare zum Burggräfler Dialekt (1887). Bei diesem dunklen A oder offenen O geht es um den wohl typischsten aller sprachlichen Merkmale der Tiroler Mundarten, insbesondere des „Südtirolerischen“ – hier stylish abgewandelt zu sytirolish (man sagt ja auch nicht italienerisch, oder?).

Der FF-Karikaturist Hans Peter Demetz, in Arte HPD – eine Koryphäe auf dem Gebiet des lustvollen Umgangs mit der Sprache der Südtiroler – kennzeichnet diesen Laut in seinen Sprechblasen mit dem „å“, so, wie das die Sprachforscher tun.

Im Internet sich der Dialekt als eine neue Schriftsprache durchgesetzt. Was unser A & O betrifft, so ist die Mundartschreibung in den Social Media oder in Liedtexten längst zur einfachen Schreibweise „o“ übergegangen. Phonetisch korrekt müsste man „ålm“ für das hochdeutsche „immer“ schreiben. Weil die Tastatur für das å nicht freundlich genug ausgelegt ist, schreiben alle ohne weitere Umstände „olm“. Die „community“ weiß eben, dass man dieses O nicht geschlossen ausspricht wie in „Ofen“, sondern als ein dunkles A. Dafür bleibt so ein Dialekt aber auch ein sprachliches Sub-Phänomen. Der „O-Kult“ in der hiesigen Dialektschreibweise geht sogar so weit, den Artikel „Der“ als „Dor“ zu schreiben – Beispiel „Dor Doggy“ (ein Liedermacher aus Brixen), obwohl man aus dem gesprochenen Dialekt auch zwischen „der“ (mit geschlossenem e) oder „dr“ wählen könnte.

Der Prozess der Schriftfindung oder bleibenden und allgemein gültigen Schreibweise für Sytirolish hat gerade erst begonnen. Die aktuellen Dialekt-Varianten und Ausreißer dürften sich früher oder später in einer Asymptote zusammenfinden.