DIE STILLE MACHT DES GELBEN RIESEN

23. Januar 2026

China begegnet Trumps Staatsstreich in Venezuela mit Taten.

Weil von überragender Bedeutung für das Verständnis dessen, was im Weltengang hinter der Grönland-Show von Präsident Trump gerade jetzt abläuft, erlaube ich mir, meiner Blog-Leserschaft den folgenden Artikel von Professor Kurt Grötsch aus einem befreundeten, international anerkannten, aber eben „alternativen“ Medium vorzustellen (unwesentlich gekürzt). Auch wenn die Stossrichtung propagandistisch erscheinen mag, bringt der Artikel doch Informationen von Belang.

«China verurteilte die Entführung und Verletzung der Souveränität Venezuelas aufs Schärfste. Nur wenige Stunden nach dem Überfall der USA auf Venezuela berief Chinas Präsident Xi Jinping eine Dringlichkeitssitzung des Politbüros ein, die genau 120 Minuten dauerte. Beschlossen wurde eine «integrierte asymmetrische Reaktion» auf den Angriff Trumps.

Um 9:15 Uhr morgens am 4. Januar setzte die Volksbank von China alle Transaktionen in US-Dollar aus mit Unternehmen, die Verbindungen zum US-Verteidigungssektor haben. Boeing, Lockheed Martin, Raytheon und General Dynamics erwachten mit der Nachricht, dass alle ihre Transaktionen mit China ohne Vorankündigung eingefroren worden waren.

Um 11:43 Uhr desselben Tages verkündete die State Grid Corporation of China, die das größte Stromnetz der Welt kontrolliert, die technische Überprüfung aller ihrer Verträge mit US-Lieferanten von Elektrikausrüstung, was bedeutet, dass sich China von der amerikanischen Technologie abkoppelt.

Um 14:17 Uhr kündigte die China National Petroleum Corporation, der größte staatliche Ölkonzern der Welt, die strategische Neuordnung ihrer globalen Lieferwege an. Das bedeutet die Aufhebung von Lieferverträgen mit US-Raffinerien im Wert von 47 Milliarden Dollar pro Jahr. Dieses Öl, das zuvor an die Ostküste der USA geliefert wurde, wird nun nach Indien, Brasilien, Südafrika und andere Partner im Globalen Süden umgeleitet. Diese Nachricht führte dazu, dass die Ölpreise in einer einzigen Handelssitzung um 23 Prozent in die Höhe schossen.

In einem weiteren Zug führte die China Ocean Shipping Company, die etwa 40 Prozent der globalen Seetransportkapazitäten kontrolliert, eine sogenannte Optimierung der operativen Routen durch, was bedeutet, dass chinesische Frachtschiffe begonnen haben, die Nutzung amerikanischer Häfen zu vermeiden: Long Beach, Los Angeles, New York und Miami, die für ihre Lieferketten auf die chinesische Seelogistik angewiesen sind, verlieren 35 Prozent ihres normalen Containerverkehrs – eine Katastrophe für Walmart, Amazon, Target und andere. Diese Unternehmen sind für den Import von in China hergestellten Produkten in amerikanische Häfen auf chinesische Schiffe angewiesen.

Das Beeindruckendste an all diesen Maßnahmen ist das Timing: Die zeitgleiche Umsetzung löste einen Dominoeffekt aus, der die wirtschaftlichen Auswirkungen exponentiell verstärkte. Ein systemischer Schock, darauf ausgerichtet, die Reaktionsfähigkeit der USA auszuhebeln.

Um 16:22 Uhr desselben Tages, dem 4. Januar, bot der chinesische Außenminister Wang Yi Brasilien, Indien, Südafrika, Iran, Türkei, Indonesien und 23 weiteren Ländern sofortige bevorzugte Handelsbedingungen für jedes Land an, das sich öffentlich dazu verpflichtete, keine venezolanische Regierung anzuerkennen, die durch die Hand der USA an die Macht gelangen sollte.

In weniger als 24 Stunden hatten 19 Länder das Angebot angenommen. Brasilien war das Erste, gefolgt von Indien, Südafrika und Mexiko. Und das ist die praktische Verwirklichung der multipolaren Welt in Aktion.

Am 5. Januar aktivierte Peking die Finanzwaffe: Das chinesische grenzüberschreitende Interbanken-Zahlungssystem kündigte an, dass es seine operative Kapazität erweitern werde, um jede globale Transaktion aufzunehmen, die das von Washington kontrollierte SWIFT-System umgehen wolle. Das bedeutet, dass China eine voll funktionsfähige Alternative zum westlichen Finanzsystem für die Welt hat.

Jedes Land, jedes Unternehmen und jede Bank, die ohne Abhängigkeit von der US-amerikanischen Finanzinfrastruktur Geschäfte tätigen möchte, kann das chinesische System nutzen, das um 97 Prozent billiger und schneller ist.

Die Reaktion war umgehend und massiv: In den ersten 48 Stunden nach Inbetriebnahme wurden Transaktionen im Wert von 89 Milliarden Dollar abgewickelt. Zentralbanken aus 34 Ländern eröffneten operative Konten im chinesischen System, was eine beschleunigte Entdollarisierung einer der wichtigsten Finanzierungsquellen der USA bedeutet.

An der technologischen Front kündigte China, das 60 Prozent der weltweiten Produktion von Seltenen Erden kontrolliert, die für die Herstellung von Halbleitern und elektronischen Bauteilen unerlässlich sind, vorübergehende Exportbeschränkungen für Seltene Erden in alle Länder an, die die Entführung von Präsident Nicolás Maduro unterstützt hatten.

Apple, Microsoft, Google, Intel – alle US-Technologiegiganten, die für kritische Komponenten auf chinesische Zulieferketten angewiesen sind, haben Angst, dass ihre Produktionssysteme innerhalb weniger Wochen kollabieren könnten.»

Abschließend schreibt Prof. Grötsch:

«Jeder Schritt Chinas trifft das wirtschaftliche Herz des US-Imperiums. „Was tut China für Venezuela?“, fragen Freunde und Feinde der Regierung. Das oben Ausgeführte ist die Erklärung, dass China handelt, ohne den Krieg zu erklären.»